Andere Länder, andere Sitten

Liebe Ioreth,
ich bin nun einige Wochen im Breeland und noch immer muss ich mich an die Gebräuche dieses Landes gewöhnen. Der Fürst ist nach wie zuvorkommend und bemüht sich sehr darum, mir das Leben so angenehm wie möglich zu machen.

Trotz der Umstände hier hat man mir eine Zofe zur Verfügung gestellt, ein junges Mädchen aus Rohan. Roawen ist sehr freundlich, aber es wird wohl nicht dasselbe sein Ioreth, ich habe bisher niemanden, dem ich tatsächlich anvertrauen könnte. Alejandro möchte ich mit solchen Dingen nicht belasten, er hat genug damit zutun, Kontakte zu den Leuten herzustellen und etwas bedrückt ihn sehr. Mir will er sich nicht anvertrauen, ich kann mich also nur weiter um ihn bemühen.
Der Haushalt des Fürsten ist überhaupt sehr interessant zusammengesetzt, du würdest deine helle Freude haben. Allen voran ist der Waffenmeister des Fürsten zu nennen. Eigentlich hat er immer schlechte Laune, aber ich denke der Fürst traut ihm, das beruhigt mich ein wenig. Ich habe die Erlaubnis erhalten, einige Übunsgstunden bei ihm zu nehmen, bisher ist das vor allem… Nunja, es ist anstrengend. Aber das werde ich durchhalten, es ist die einzige Beschäftigung, die ich derzeit habe und es gestattet mir, nicht zu viel über mein künftiges Leben nachzudenken. Wenn ich ehrlich sein soll, fürchte ich mich vor dem was da kommen mag ein wenig.

Der Fürst scheint mir diese Sorge bereits abnehmen zu wollen. Mir wurde eine Leibwache zugewiesen, Bregon Strago heißt der Mann und er macht seine Aufgabe sehr gewissenhaft. Ich bin froh, dass ich nicht solch einen Aufpasser habe wie Cenbryth. Du wirst dich an ihn erinnern, das war dieser Schlächter von einer Wache, der dich einmal nicht in mein Zimmer lassen wollte…ich hatte seinerzeit einige Mühe ihm zu erklären, welche Personen in meinem Umfeld keine Feinde sind. Ich bin sicher bei Wachmann Strago wird das anders sein. Ich hoffe es inständig. Ich werde Leute brauchen, denen ich vertrauen kann.

Gestern war beispielsweise eine Breeländerin bei mir. Einer der eingeschworenen Männer des Fürsten stellte sie mir als Rywen Kyzar vor. Ich dachte, dies sei eine normale Audienz, ich irrte.
Ereignisse wie diese sind es, bei denen ich merke, dass ich eine Fremde im Land bin. Ich empfing sie freundlich, im Sinne des Fürsten wie ich hoffte. Mir schlug allerding lediglich ihre Verachtung entgegen. Stell dir vor, am Ende drehte sie sich einfach um, meinte dies sei alles lächerlich und verließ den Raum. Ich denke ich werde versuchen Alejandro zu fragen, wie man sich hierzulande in solchen Dingen verhält. Offenbar habe ich irgendetwas gegen diese Frau getan.

Ioreth, fühl dich umarmt, ich werde Dir wieder schreiben, es gäbe so viel zu erzählen.
Ellena von Linhir

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