Ein Becher Tee

Das Buch Giselhers liegt aufgeschlagen auf dem Tisch. Offenbar hat der Wachmann seinen Eintrag geschrieben und dann alles stehen und liegen gelassen, denn neben dem Buch steht ein Becher mit kaltem Tee, die Handschuhe liegen ebenso auf dem Tisch. Über den Stuhl wurde der Waffenrock gelegt.

Eine lange Schicht, aber ich habe sie mir verdient. Manchmal sollte ich zur Abwechlsung mal nachdenken, bevor ich glaube, irgendwelche sinnvollen Dinge tun zu müssen! Nachdem ich den Hauptmann meinen Rücktritt auch schriftlich angeboten hatte, traf ich auf Herrn Salas. Er kannte den Inhalt des Briefes, der Mann weiß immer alles.

Unser Gespräch war nicht lang, dafür wurde er umso deutlicher. Leider hat er auch noch Recht! Nur weil ich einen Auftrag nicht ausführen konnte (auch wenn es so ein Wahnsinn ist, wie einen störrischen Mann davon zu überzeigen, seinen Umhang abzulegen) habe ich nicht das Recht, gleich den Dienst zu quittieren. Verflucht! Wenige Worte, aber richtige.

Ardeyn Falkenauge hatte ich ebenso zu treffen und ich hatte den Auftrag, ihm zu sagen wer ich bin. Dieser Alejandro Salas versteht es gut, einem zu zwingen, sich selbst anzuerkennen. Ich sagte es also dem Hauptmann und er ließ keinen Zweifel daran, dass er weiß, wer Wachmann Aldorn ist. Ich habe also die Nachtwache und die folgende Tagwache gehabt. Eine verflucht lange Schicht, mit viel Zeit zum Nachdenken…

… Lynne. Also Adjudantin Lynne brachte mir Tee. Der alte Hauptmann hat wohl ein Herz irgendwo da drinnen, denn er wurde mir in seinem und Lynnes Namen gebracht. Ist auch mal was, dass einem die Offiziere die Schicht erleichtern. Letztlich stand ich also meine Wache vor der Tür des Fürsten, mir gegenüber der Wachmann, dessen verdammten Namen ich noch immer nicht kenne. Er trug seine Uniform und hatte ebenfalls die Wache, aber keinen Tee. Eines Tages werde ich ihm erklären, warum Tee so wichtig ist…

Zwei Tage frei. ich werde viel schlafen, sehr viel. Anschließend schulde ich dem Hauptmann eine Erklärung…

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