Geschlagene Wunden

Ich gebe es auf. Ich bin zu alt, um solche Dinge zu verstehen. Zu alt, um tatenlos solchem Unsinn zusehen . Und dennoch war ich Teil dieses Wahnsinns.
Der Junge hat also einen Trank genommen, der ihm nicht nur die Narben, sondern auch den Verstand genommen hat. Wahrscheinlich eher sein Herz genommen hat… was weiß ich.

Ich wollte also mit ihm reden, ihm sagen, was er da anrichtet. Hätte ich besser gelassen: Es musste kommen wie es kommen musste, bin einfach kein guter Redner. Dem Jungen täte eine Tracht Prügel gut, vielleicht bringt das seinen Verstand zurück.

Meine Zukunft liegt im Nebel und dennoch muss ich dankbar sein, dass ich noch lebe. Ich glaube nicht, dass der Junge gezögert hätte mein Leben zu beenden. Einen kurzen Augenblick hoffte ich, er wäre wieder bei Sinnen… eine trügerische Hoffnung. Es war die junge Adjudantin Lynne, die mein Leben rettete und ihm einen Dolch in die Schulter stieß. Verflucht! Seine Wunde verschwand… einfach so, kommt immer Elend bei raus, wenn Gelehrte an sowas panschen…

Ich lebe also und habe doch verloren. Ich konnte Alejandro keinen Verstand beibringen, ich habe es wohl noch schlimmer gemacht. Bleibt zu hoffen, dass die junge Lynne mehr Erfolg hat. Vielleicht kann das Wesen einer Frau schlichten, was ein sturer, alter Mann zerstörte.

Was mir bleibt ist das Ende einer Hoffnung und die Zukunft. Durchaus denkbar, dass sie nicht mehr lange andauern wird, „Ihr wisst zuviel alter Mann“ waren fast seine letzten Worte. Ich weiß, dass Alejandro mich finden wird, er findet jeden, der zu seinen Feinden zählt. Er wird die Sache nach seinen Spielregeln beenden, auch dessen bin ich mir sicher. Ich bin es müde, soll er mich finden, soll er seine Strafe vollziehen…

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