Loyalität

Wie immer sind die Ideen des Fürsten zumindest überdenkenswert. Ich hatte die Aufgabe, vor der Tür des Fürsten zu wachen, während er mit Immertreu spricht.

Ich wachte also und nahm den Befehl des Fürsten wörtlich: ich solle nur jemanden vorlassen, wenn es um Leben und Tod ginge. Als ich endlich die Tür aufgbrochen hatte, dachte ich ernsthaft, Blutlachen am Boden und ein ohnmächtiger Alejandro Salas, des Kleidung blutverkrustet ist, würden reichen um den Tatbestand zu erfüllen …

… Ich sorgte dafür, dass Immertreu nicht zu Nahe an den Fürsten und vor allem, nicht weg kam, kümmerte mich dann um den Fürsten, der mit einiger Mühe dann auch wieder stehen konnte. Ich sah es als meine Pflicht – wenn die Wache des Fürsten ihn nicht zu jeder Zeit beschützt, wozu sollte sie dann da sein?…
*an den Rand gekritzelt: im Notfall auch vor sich selbst! Was ist das für ein Wahnsinn, sich unbewaffnet mit einer bis an die Zähne bewaffneten Fremden einzusperren?!*

… Herr Salas sah es anders. Ich erhielt eine Strafe, weil ich seinem Befehl nicht folgte. So stehe ich gerade im Zimmer des Fürsten und bereite einen verfluchten Badezuber vor! Wieder eine typische Strafe des Fürsten: ich habe viel Zeit, darüber nachzudenken, was Loyalität ist, während ich Alrichs Anweisungen befolge, welche Temperatur das verdammte Wasser haben sollte …

… Ich hoffe nur, dass Alrich, der für wenige Tage meinen Posten als Wache einnehmen wird, nicht zu sehr Cardaan zusetzen wird. Ich glaube der neue Hauptmann merkt langsam, dass man – hat man einmal diesen Rang inne – immer Hauptmann ist. Ich sollte ihm beizeiten einen Tee anbieten und meine Erfahrung mit diesem liebenswerten Hauf mit der Wachmannschaft. Mit allem gebotenen Respekt natürlich, ich habe wenig Lust diesen Formaldienst oder die üblichen Strafrunden durchzumachen, weil meine Vorstellung von Loyalität nicht der der Vorgesetzten entpricht…
*an den Rand gekritzelt: wird natürlich eine Herausforderung. Habe noch keinen Teebecher mit plattenbeschlagenen Handschuhen gehalten*

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