Krieg

Giselher betrachtete missmutig den Schreibtisch seines Herrn, dann ging er aus den Raum. Im Gehen warf er fast hastig die Tür hinter sich ins Schloss.

Im Wachhaus angekommen, sah sich der Hauptmann um. Der Tisch hier sah nicht viel besser aus. Es war unverkennbar, dass Giselher in diesen Raum arbeitete. Auf dem Tisch des Hauptmanns stapelten sich die Papiere, obenauf stand ein halbvoller Teeebecher, der bedrohlich wankte, wenn man an den Tisch trat. Rasch machte Giselher einen Schritt zurück, verließ den Raum und suchte nach seiner Rüstung.

Es dauerte eine Weile, aber schließlich zog er den Schwertgurt fest, und legte sich den Umhang über die Schulterplatten. Zuletzt zog er sich die Handschuhe über. Als er aus dem Wachhaus trat, legte er eine Hand auf den Schwertgriff und stapfte los, der weite Umhang bewegte sich im Wind, während Giselher mit ernstem Blick in Richtung Haupthaus losging.

Giselher nahm jede Stufe mit starren Gesichtszügen. Er war sich durchaus bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe würde. Sein Blick fiel auf den Kerzenhalter an der Wand. Der Gardist blieb stehen, nahm den Kerzenhalter samt Kerzen in die linke Hand. Er wollte die Schwerthand frei haben, falls es Schwierigkeiten geben würde…

„Herr?“ fragte Giselher vorsichtig, während er die Tür zum Arbeitszimmer des Fürsten aufstieß. Der Hauptmann hielt fast die Luft an, als er den Raum betrat, die Hand am Heft des Schwertes, den Kerzenhalter fest gepackt. Alejandro war nicht da und Giselher begrüßte das; es gab Dinge die sollte der Fürst besser nicht sehen.Er begrüßte ebenfalls, dass keine Wache anwesend war; es gab Dinge, die sollte ein Offizier nicht tun…

Zwei Stapel. Giselher hatte den Kerzenhalter an den Kaminsims gelehnt. Der eine Stapel lag sehr ordentlich auf dem Tisch. Es waren Schreiben, die an den Fürsten gerichtet waren und wohl noch seine Aufmerksamkeit erforden würden. Der andere Stapel war eher ein wilder Haufen Papier, einiges zusammengeknüllt, man konnte hier und da die Handschrift des Hauptmanns erkennen. Giselher warf den Umhang zurück und nahm diesen Stapel. legte ihn in die Schale, die er schon am Morgen hergebracht hatte. Er griff nach links, entzündete die Kerzen an der der Glut der Kohlepfanne, dann hielt er die Kerzen in den Stapel, sah zu wie die Flammen aufbleckten…

Giselher nickte zufrieden. Der Tisch sah aus wie ehedem. vor dem Stuhl auf dem Tisch des Fürsten lag ein ordentlicher Stapel Papiere, darüber das Schreibzeug. Das Siegel des Fürsten lag daneben, es gab nichteinmal einen Teefleck auf dem Holz des Tisches. Der Hauptmann leerte die Schale in die Kohlepfanne, dann richtete er seinen Schwertgurt. Er würde sich diesem Tisch nur noch in voller Rüstung nähern, das schien zu funktionieren, und immerhin war es keine Uniform…sozusagen fast zivil…

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