Geschrieben und gesprochen

Der Eintrag des Hauptmanns ist im üblichen Gekritzel mit den schon gewohnten Streichungen und Anmerkungen verfasst worden. Auch wenn der Autor sich offenbar Mühe gegeben hatte, auch mal zwei oder gar drei Sätze im Zusammenhang zu schreiben.

Ich lese in Alejandros Tagebuch. Der Fürst hat es mir gestern gegeben, er hat es gefunden und meinte, es gehöre in meine Hände. Ist schon seltsam. Als würde man in die Vergangenheit reisen. Die Themen sind viel zu privat, wusste der Mann alles?? durchwachsen. Die Liebe zu seiner Frau, die Sorge um Mitglieder des Hauses…
*an den Rand gekritzelt* Der Mann hatte also doch Schwächen, eigentlich ist es eine Stärke ich selbst auch mal infrage zustellen, schade – jemand hätte ihm das sagen sollen.

Es gibt Einträge über fast alle des Hauses. Alejandro hat sich über jeden Gedanken gemacht. Über eine Magd ebenso wir über eine Baroness, über Gardisten und Offiziere. Man hat den Eindruck, er würde sich für jeden verdammten idotischen Fehler Tat, egal ob gut oder schlecht! verantwortlich fühlen. Er war fast einsam am Ende könnte man meinen. Wenn ich es richtig sehe, hat er alles getan, um seine Frau und den Sohn zu schützen und dabei wie so oft an sich selbst nicht mehr gedacht.
*an den Rand gekritzelt* Wie soll ein einzelner Mann das tragen? Hätte ihn beizeiten vor sich schützen sollen.

Es gibt auch einige seltsame Abschnitte, die sehr nach dem Alejandro Salas aussehen, den ich kannte. Ich frage mich manchmal, woher er eigentlich die Energie nahm. Liest man das, hat man den Eindruck, Alejandro garnicht gekannt zu haben, bestenfalls eine Ahnung hatte man …
*an den Rand gekritzelt* Verlockende Idee den jungen Kämmerer mal zu befragen, irgendwie kriegt das Grinsen von ihm und Kostja Flaré eine erschreckend klare Bedeutung vor dem äh… nunja, es wird nicht einfacher damit. Punkt.

… Ich habe Alejandros Tagebuch in die Schreibtischschublade geschlossen. Ich weiß nicht, ob ich das hätte lesen sollen, aber jetzt kann ich es ja kaum verhindern. Cinlir Winthallan sagte einmal, er würde tun, was Alejandro ganz sicher ebenfalls getan hätte, wäre ihm die Zeit geblieben. Vielleicht hätte er das getan, wer weiß das schon. Seine eigenen Aufzeichnungen sagen, dass er schwankte, dass er kein Vertrauen oder Treue in seiner Umgebung sah. Oder nur sehr wenig davon. Er hätte weit mehr verdient!
*an den Rand gekritzelt* und trotzdem war er weiter der Fürst, den jeder von uns so nötig brauchte!

Und das ist das Ergebnis. Ich habe entweder etwas sehr Edles oder etwas sehr Dummes getan. Ich tippe auf letzteres, darin war ich immer gut! Ich habe einen neuen Eid gesprochen, irgendwie fand ich das richtig. Wenn man der Ritter eines Mannes ist, dann sollte man diesen Mann wohl auch den Eid leisten. Also habe ich das gemacht. Gab keine verfluchte Anleitung dafür, sollte selber Worte finden, war vermutlich der gestammelste Eid, der je gegeben worden ist.
*an den Rand gekritzelt* Dank Furbor habe ich wieder klar den ursprünglichen vor Augen. Er galt dem Haus Minas Faer, den Mitgliedern zueinander. Schön, dass Kastell ihn kannte und ihn doch nicht achtete, sagt, er hätte ihn nicht gesprochen, oder nicht so! Verdammt, in solchen Momenten kann ich Alejandros Zweifeln verstehen!

Drakon Meroun war mein Zeuge und ich würde gleich noch einen Schwur leisten, dass er seine Freude daran hat zu sehen, wie ich versuche Sir Aldorn zu sein. Ich werde jedenfalls nicht mehr versuchen, ihn davon abzubringen, seinen Dienst zu versehen, Cinlir der Fürst mein Lehnsherr, war da sehr deutlich, die Wache wird da sein. Muss unbedingt nachlesen, ob er mit dem Lehen recht hat. Was soll ich mit Land?
*an den Rand gekritzelt* Zum Glück ist es Drakon! Das macht es einfacher, auch wenn ich noch Jahre brauche, um mich an sein ‚Sire‘ zu gewöhnen.

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