Zwischen Bree und Gondor

Das Notizbuch des Hauptmanns wurde fortgeführt. Und wie üblich stellen die Aufzeichnungen eine Mischung aus kaum leserlichem Gekritzel, Notizen und Gedanken des Autors dar.

Da lese ich jedes verdammte Buch, das man über das Rittertum finden kann und es stellt sich heraus, dass ich diesen Mist diese Informationen auch im Haushalt eines gondorischen Fürsten nur bedingt brauchen kann. Zumindest, wenn der in Bree ist.
Seit kurzem bin ich Seneschall, ging am Anfang besser als ich dachte. Im Grunde verwende ich die gleichen Informationen, die ich auch als Hauptmann brauche, nur, dass ich nicht immer eine Uniform trage und den Komfort des Dienstzimmers Cinlirs nutzen kann.
*An den Rand gekritzelt* Habe leider nicht bedacht, dass ich schon wieder bewacht werde, Drakon hätte seine Freude! Die Einteilung Cinlirs war aber gut; Bryanne Meroun.

Eigentlich hätte ich damit rechnen müssen, dass ich in kürzester Zeit doch Schwierigkeiten bekomme. Diese verfluchten Piraten Seemänner Seeleute! Kapitän Moury hat eine Navigatorin, die mich nochmal den letzen Nerv kosten wird. Vor allem verarscht hält sie den gesamten Haushalt zum Narren. Ich selbst habe sie absolut perfekt sprechen gehört, als hätte man die Parodie einer hohen Dame vor sich. Meroun bestätigt das, sie erlebte das Ganze einen Tag später. Cutting war jedenfalls bei mir, wohl um sich mit einer Flasche Rum zu entschuldigen. Im Grunde hätte dem nichts entgegen gestanden, aber sie hätte zumindest die fröhliche Bezeichnung ‚Qualle‘ durch meinen Namen ersetzen können, den sie ganz sicher weiß, so oft wie der inzwichen fällt in allen Varianten, mit und ohne ‚Sir‘, nur eben immer! ohne das Wort ‚Qualle‘. *An den Rand gekritzelt* Im Grunde ist es mir egal, also wäre ich nur Giselher. Aber immerhin nennt sie den verdammten Seneschall des Hauses und Cinlirs Ritter so. ich bin ziemlich sicher, dass man *der Rest ist unleserlich*

Letztlich ist die Sache aus dem Ruder gelaufen. Was für ein dämlicher Vergleich, sollte noch ein kleines Boot malen, damit ich die Thematik noch mehr ausreize. Cutting ist wütend abgezogen und nur kurze Zeit später tauchte Gardist Aranthanos auf, der mir mitteilte, er käme auf meinen Befehl; ausgerichtet wurde der von Cutting und Moury oder Moury und Cutting. oder nur Cutting. Wie auch immer: das ging entschieden zu weit. Ich kann ja schlecht zulassen, dass jeder durch Bree läuft und sich mal eben Befehle des Hauptmanns ausdenkt. *An den Rand gekritzelt* Habe daraufhin den Fürsten holen lassen, dessen Laune in Anbetracht der Zeit nicht eben die Beste war, wovon ich ihn wegholte möchte ich lieber garnicht erst bedenken!

Dies Sache mit den beiden Seeleuten war nur der Anfang des Ärgers. Ebenso wie für Geremias Aranthanos. Dass er dem vermeintlichen Befehl folgte, war nur richtig. Leider geriet der Mann zu häufig in Situationen, die wenigstens unpassend waren. Wir sind eine Garde und Soldaten, auf beides legt Cinlir besonderen Wert. *An den Rand gekritzelt* Es grenzt an ein Wunder, dass der Mann noch nicht jede Trophäe im Haushalt mit seinem Mantel umgerissen hat. Schwer vorstellbar, wie er wohl als Oberst war.

Und wieder verflucht! schon wieder! verlor ich einen Gardisten, der seinen Eid brach. Er lebt noch, aber wurde auf die Liste Schall und Rauch gesetzt. Der Mann hatte einen Brief an seine ehemalige Fürstin geschrieben und wollte diesen mit einem Boten Cinlirs nach Gondor senden. *An den Rand gekritzelt* Langsam habe ich auch den Eindruck, das muss am Einfluss des Breelandes liegen. Da tritt ein Gardist in Uniform vor seinen Eidherrn und bittet ihn, einen Brief zu überbringen, der für anderes Haus geschrieben wurde. Das kann man fast nur falsch verstehen.

Soviel zum Thema Eidbruch. Da wäre noch Sethur Izhkarioth zu bedenken. Der Mann verließ das Haus in dessen schwerster Stunde und hat die Stirn, wieder zurück zu kommen. Ich bin nicht sicher, ob ich das wahnsinnig oder beindruckend finden soll. Er kam auch zu mir und bat mich um Verzeihung. Was gibt es da noch zu sagen! Ich glaube nicht, dass der Mann auch nur im Ansatz nachvollziehen kann, was es heißt zu sehen, wie nach und nach so ziemlich jeder seinen Eid vergisst und so das Erbe eines Mannes mit Füßen tritt. *An den Rand gekritzelt* Habe meinen Standpunkt so gut es geht deutlich gemacht. Izkharioths Kiefer sieht inzwischen wieder besser aus.
Der Fürst hat ihn bis auf die Haut gedemütigt. Wörtlich gesehen. Und ich muss eingestehen: ich hätte nicht damit gerechnet, dass Sethur das durchhält. Ich kenne den Mann als eine Person, der die Welt und darin jeden für minderwertig erachtet. Wenn es noch so ist, verbirgt er es nun besser. Bleibt abzuwarten, was aus ihm wird in diesem Haushalt.

*Auf der folgenden Seite finden sich einige Zeichungen am Rand. Vielleicht stellen sie Herzen dar, vielleicht ein Blumenstrauß. Oder der Autor wollte rausbekommen, ob sein Schreibinstrument noch funktioniert…*
Bryanne Meroun. Sie war das mit den Geschenken vor meiner Tür. Cinlir wusste das! und hat sich offenbar schon vor einer ganzen Weile seinen Reim darauf gemacht. Schöner Bruder, hätte er mir mal sagen sollen, dann hätte Zarroc vielleicht auch ruhiger geschlafen; der hat schon Attentäter vermutet. Ich glaube er hatte seine Freude daran zu erleben wie ich herumrätsle.
Bryanne Meroun… sie ist… ich kann das nicht in Worte fassen. Sie versteht mich. Und sie macht immer geau das, sagt immer genau das, was gerade gut tut. *An den Rand gekritzelt* Verflucht und ich darf sie nicht anfassen! dreißig (3o!!!) Tage nicht. Muss unbedingt mit Cinlir reden!

Bryanne Meroun. Cinlir der Fürst hat mir einmal gesagt, ich muss mich darum kümmern, eine Frau von Stand zu finden, eine Frau die eines Sir Giselher Aldorn, Ritter vonundsoweiter würdig ist. Freiherr Tharlegond Elteror sagte ähnliches. Vor allem nachdem er wusste, um welche Frau es mir geht. Sie ist nicht von Stand und meines Standes nicht würdig, hat er gesagt. Verdammt! Das ist unglaublich schwierig. Ich kann nicht mehr nur für mich entscheiden, das hat mir das Gespräch mit Tharlegond gezeigt. Es geht um den Namen meines Herrn und um Leute, die noch nicht mal leben. Oder Leute, die einen ähnlichen Stand haben. *An den Rand gekritzelt* Ich bin nur froh, dass Bryanne all das mitmacht.

Es bleibt also dabei: Bryanne ist eine gute Frau. Und eine würdige. Ich messe einfach mal nach meinen Maßstäben…

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