Der Preis der zu zahlen ist

Liebe Ioreth,
mehr und mehr spüre ich, welcher Preis zu zahlen ist, damit Atherton und ich zusammenleben können. Oder anders gesagt: ich sehe Tag um Tag, wie sehr Atherton leidet und welchen Preis er zu zahlen hat.

Es ging leidlich gut, solange Alejandro noch lebte. Doch nun ist Atherton eben nicht nur auf dem Papier ein Graf. Zumindest zu einigen wenigen Anlässen würde seine Anwesenheit benötigt. Ich habe immer versucht, all das von ihm fernzuhalten und sehe mich doch so deutlich darin scheitern.

Was immer ich tue, was immer ich sage. Es gibt nichts, was Atherton auch nur ein wenig lehren könnte zu vertrauen, vielleicht zu verstehen, dass ihm in seinem eigenen Haus kein Schaden droht. Ich habe immer geglaubt, dass ich allein mit meiner Liebe zu ihm den Beweis führen könnte, ihm zeigen könnte, dass er geliebt wird und geborgen sein darf. Oh Ioreth, ich war so blind und so naiv! Es hat nicht geholfen. Atherton leidet Tag für Tag und das allein, um in meiner Nähe zu sein. Ich glaube nicht, dass ich das zulassen kann oder auch nur möchte…

Die Fürstin kam mich besuchen und der Anlass war Atherton. Es gab Schwierigkeiten, da Atherton es am Abend zuvor nicht über sich brachte mit einer Wache in einem Raum zu bleiben. Seine Wunden gehen tief, das weiß ich und ich weiß nun, wie hoch sein Opfer war; wie unermesslich hoch. Ich hätte das nie zulassen dürfen und so werde ich nun alles tun, um Atherton diese verhasste Umgebung zu ersparen.

Ich werde den Fürsten bitten, mich aus dem Amt des Seneschalls zu entlassen. Es sollte eigentlich nur eine Frage der Form sein. Das Amt wird wenig gebraucht, solange der Fürst im Breeland ist, und da ich nun schon seit einiger Zeit zurückgezogen wie möglich lebe, habe ich ohnedies nur noch jene Informationen, die mir Sir Aldorn während seiner abendlichen Besuche gewährt. Ich bin sicher, das Haus Minas Faer ist in besten Händen. So will ich dieses eine mal an Atherton denken, sein Opfer kann kaum aufgewogen werden.

Meine liebe Freundin, leider werde ich nicht nach Gondor zurückkehren können, denn auch hier müsste Atherton der Graf sein, den er so hasst. Umgeben von Wachen, die mein Vater vermutlich allein stellen würde, um der Form genüge zutun. Ich weiß nicht, ob ich das Breeland verlassen sollte, denn auch hier ließe ich eine mir teure Freundin zurück.

Und so bleibe ich und bete, dass die Abgeschiedenheit die Rettung bringen möge, die Einsamkeit den Frieden erhalten könne und denke an den Preis, den jeder von uns zu zahlen hat…

Fühle Dich umarmt liebe Freundin
Ellena Salas

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