Geschärfte Klingen

Das Notizbuch findet sich unter einem Stapel eher mäßig sortierter Briefe und weiterer Unterlagen. Offenbar hat der Autor nicht darauf geachtet, den Tisch ordentlich zu halten, was bedauerlich ist, da es sich um den Arbeitstisch des Herzogs handelt. Das Schriftbild selber sieht nahezu leserlich aus und es gibt erstaunlich wenige Streichungen. Drakon Meroun und Gyroir Meroun. Sie sind beide wieder da. Es ist gut, Drakon wieder im Breeland zu wissen. Als Klinge, als guter Freund und eben auch als Bruder von Bryanne. Ich glaube, sie hat nicht nur ihre Brüder vermisst, sondern auch die Klingen. Es war ihr an jeder Faser anzusehen, dass sie es vermisst, den Wappenrock der Klingen zu tragen.
*am Rand ergänzt* Und es hat noch ein Gutes. Ihre Brüder konnten sie überzeugen, zumindest ab dem 6. Monat ihrer Schwangerschaft nicht auf eine Wache zu verzichten. Das wird mich ruhiger schlafen lassen.

Beide sprachen einen Eid und beide Männer wissen mehr als jeder andere um den Wert eines Eides. Cinlir hätte kaum bessere Männer bekommen können, ebenso Hauptmann Valdoran. Seine Garde nimmt an Stärke zu. Die Mitglieder der Garde allerdings sind so verschieden, wie es ihre gemeinsame Uniform kaum erahnen lässt! Zum einen wäre da Rekrut Tzahal Barakah. Wann immer ich ihn sehe versieht er seinen Dienst tadellos und vor allem weitestgehend wortlos. Seinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen  oder eher: seiner gehobenen Augenbraue nach zu urteilen. hält er den Großteil derer, die er bewacht für mindestens wahnsinnig, vermutlich für gefährlich. Aber er erfüllt augenscheinlich seine Aufgaben.

Gardist Cenedor Faeryllian erfüllt sie ebenso. Allerdings frage ich mich langsam, ob der Mann auch ungefähr jeden für wahnsinnig hält. Ich weiß nicht, ob sich die Sitten Gondors so sehr von der Sitte, seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen unterscheiden. Ich hatte ihn aufgetragen, Cwenwesc zu mir zu bringen, nachdem sie vor mir weggelaufen war. Das hat er getan, daran gibt es nichts zu rütteln.
*am Rand ergänzt* Allerdings frage ich mich, wie man auch nur in Erwägung ziehen kann, das Mündel seines Eidherrn mittels eines Schlages dazu zu bringen, vor mir zu erscheinen! Ich fände es nicht verkehrt, zumindest kurz zu überlegen, ob das Gegenüber ein Ork oder vielleicht doch nicht ganz so feindlich gesonnen ist!

Was mich zu Eondra bringt. Ich habe ihm aufgetragen, ebenfalls Dienst in der Garde zu tun. Der Hauptmann wird hoffentlich erkennen, welches Potänt welche guten Fähigkeiten der Mann aufweisen kann. Ich habe Eondra bisher im Schwertkampf unterwiesen, wo er sich mehr als nur gelehrig zeigt. Seinen übrigen Pflichten kommt er gewissenhaft nach. Das geht soweit, dass er sich fast zu zerreißen scheint, um seine privaten Belange weit vor mir zu verbergen. Und davon gibt es einige.
*am Rand ergänzt* Darunter die, dass sein Ziehvater verstorben ist, ein Umstand, den ich erst durch hartnäckiges Nachfragen in Erfahrung bringen konnte.

Tatsächlich ist Eondra bereits ein besserer Ritter, als ich es je war, wie es scheint. Ich glaube nicht, dass ich dem Mann noch viel beibringen kann. Vielmehr denke ich, sein Ziehvater lehrte ihn mehr, als mein Knappe selber ahnen mag. Ich sollte mit Cinlir reden., auch über die Frage, wie er  mit Cwenwesc verfahren wird. Zumal sein Mündel sich nichts sehnlicher wünscht, als zu helfen; aktiv zu helfen.
*am Rand ergänzt*  da sie kaum für Eondra meine Rüstung instand halten kann, fiel mir nichts wirklich konkretes ein. Inzwischen hat das Mädchen beinahe bei jedem Wort die Sorge, einen Fehler zu machen, schon um Eondras willen, aber auch ihrer selbst willen, muss da eine Lösung gefunden werden….

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.