Lübeck und Gründungsviertel

Gemeinsam mit einer Freundin war ich in Lübeck, wo wir einen Kommilitonen besucht haben. Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter und konnten die Stadt von ihrer schönsten Seite sehen. Zu meinen ganz klaren Favoriten zählt allerdings eine kleine Straße an der Trave. Die Anwohner haben Ihre Häuser liebevoll saniert und im Gegensatz zu früheren Jahren erfreut sich die Gegend inzwischen wieder einiger Beliebtheit. Ich kann das gut verstehen:  bei solchem Wetter kann man sich doch gut vorstellen auf einer Bank vor seinem Haus zu sitzen und die letzten warmen Sonnenstrahlen zu genießen.

<strong>Lübeck</strong><br>An der Obertrave <strong>Lübeck</strong><br>An der Obertrave <strong>Lübeck</strong><br>An der Obertrave <strong>Lübeck</strong><br>An der Obertrave

Das Rathaus Lübecks zählt sicherlich zu den Bekanntesten innerhalb des Landes. Als ich das letzte Mal da war, wurden einige Gebäudeteile saniert, darunter der Rathausbalkon, dem man die Auffrischung ansehen kann. Mit dem Bau des Rathauses wurde bereits im 13. Jahrhundert begonnen, in späteren Zeiten kamen verschiedene Anbauten hinzu. Wenn ich mich nicht irre, habe ich unter anderem die Schauwand des 1435 erbauten  Neuen Gemachs fotografiert… hoffe ich.

<strong>Lübeck</strong><br>Rathaus <strong>Lübeck</strong><br>Rathaus

Derzeit findet in Lübeck eine größere Grabung statt, die im Vorfeld mehrerer Bauabschnitte vollzogen wird. Wir haben uns die Ausgrabung angesehen und leider auch ein eindrucksvolles Beispiel dafür erhalten, wie man überaus langweilig vermitteln kann, für was so die 150 Steuermillionen ausgegeben werden, die für das Projekt bereit gestellt wurden.Ein Archäologe erklärte sehr langatmig, welche Fundamente freigelegt wurden und, um die Spannung zu maximieren, zu welchen Straßenzügen diese gehörten. Spätestens als der Mann auf irgendein Kellerfundament zeigte und dann sagte: „Für den Laien ist das nicht erkennbar, aber ein Fachmann erkennt hier ganz deutlich zwei nebeneinananderliegende Keller“ wusste ich, dass die Mission des Mannes garantiert kläglich scheitern würde.

Ich fürchte die anwesenden Zuhörer haben nicht wirklich den Eindruck gewonnen, dass die Arbeiten dort zu interessanten Ergebnissen führen können. Eigentlich ist das schade, denn die Ausgrabungen sollen unter anderem Antworten auf die Frage liefern, wo genau Lübecks Gründungssiedlung zu finden war und ob es vor der Gründung 1143 (die schriftlich belegt ist) eine slavische Besiedlung gab. Zugegeben, man muss schon ein gewisses Grundinteresse mitbringen, aber was dieser Archäologe während der Führung geleistet hat, war schon wirklich ein Argument, sehr bildungsfern zu bleiben…

<strong>Ausgrabung im Gründungsviertel Lübeck</strong><br>Besiedlung 12. bis 13. Jahrhundert <strong>Ausgrabung im Gründungsviertel Lübeck</strong><br>Ausgrabungsabschnitte <strong>Lübeck</strong><br>Ausgrabung Lübecker Gründungsviertel

Zu unserer Verteidigung kann ich sagen, dass wir uns nicht nur zwischen Steinen herumgetrieben haben, denn Lübeck bietet doch erstaunlich viele Gesichter. Ich kann also voller Stolz sagen: „Ja! ich war in der Natur! Und ich habe Kühe gesehen“. Damit bleiben doch wohl keine Wünsche mehr offen.

<strong>Lübeck</strong><br>Innenstadt <strong>Lübeck</strong><br>Kirche <strong>Lübeck</strong><br>Kirche <strong>Lübeck</strong><br>Enten Augustenstraße <strong>Lübeck</strong><br>neugierige Nachbarn <strong>Lübeck</strong><br>Megalithgrab

6 Kommentare

  1. Vielleicht finden sie ja ein paar Fossilien und gründen den Jurassic Park Lübeck – nach zwei Wochen wegen mangelhafter PR Arbeit geschlossen 😀

  2. Wat? Habe ich etwa so ein garstiges Tier versehentlich fotografiert? Dann war das nur, weil ich es jagen wollte! *räusper* Äh, Fassaden. Gut, bringe ich mit, wenn ich das nächste mal dort bin, das merken die nie, die haben ja genug davon!

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