Der andere Otto

Magdeburg, so wurde mir versichert, ist ein Ort, an dem vor allem Otto von Guericke verehrt wird. Dieser Mann, auch das wurde mir versichert, ist der Stolz von Magdeburg. Ein Sohn der Stadt, der zu einiger Berühmtheit gelangte. Ab jetzt aber wird alles anders. Es gab da noch den anderen Otto, der aus irgendeinem Grund bisher sträflich vernachlässigt wurde. Gemeint ist Otto der Große, dessen Name wieder im Gespräch ist. Oder besser: dessen Kirchen derzeit wieder im Gespräch sind. Magdeburg, Domplatz, Übersichtsplan der archäologischen Befunde.<br><i>Quelle: www.domgrabungen-md.de</i>

 

In den letzten Jahren wurde unter dem Magdeburger Dom und auf dem Domplatz eine Grabung durchgeführt, in deren Verlauf man zum einen die Gebeine der Königin Editha fand (die nicht Otto von Guerickes Gattin war, und das, obwohl man sie in Magdeburg fand), vor allem aber Untersuchungen zu den beiden Kirchen durchführte, die zu Ottos Zeiten auf dem Platz standen. Eine von beiden fungierte als Dom, die Funktion der anderen ist bis heute nicht geklärt. Im Grunde ist das erstaunlich, denn nach den letzten Erkenntnissen hatten beide imposante Ausmaße und dürften zu den größten Kirchen nördlich der Alpen gehört haben.

Die Grabung fand in den letzten Tagen trotz der zahlreichen noch offen Fragen zu ihrem Abschluss und es bleiben sicherlich noch einige Jahre Forschungsarbeit, bis man die Fundstücke augwertet haben wird. Ich bin dabei wirklich gesspannt, ob man herausfinden wird, was diese beiden Kirchen auf dem Platz sollten.

Ursprünglich sollten die Grabungen bis zum Jahr 2009 andauern, aufgrund der zahlreichen weiterführenden Funde wurde der Garbungszeitraum allerdings um ein Jahr verlängert. Ich hege also die Hoffnung, dass es bald eine Austsellung geben wird, die die Forschungsergebnisse zusammenfast. Und wer weiß, vielleicht erkennt dann der geneigte Magdeburger (der ja angeblich nur Otto von Guericke als großen Sohn der Stadt kennt), dass Magdeburg im 11. Jahrhundert eine äußert wichtige Pfalz Ottos des Großen war.

2 Kommentare

  1. Ich bin beeindruckt! Vielleicht solltest Du das mal Deinen Leuten in der Fachschaft sagen, dann können die einen ganz innovativen Fragebogen entwickeln, so für kommende Erstsemester 😉

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