Verständnisschwierigkeiten

Das Notizbuch hat eindeutig schon bessere Tage gesehen. Einige Seiten wurden herausgerissen, sie liegen nun zerknüllt auf dem Tisch. Das Schriftbild sieht gewohnt chaotisch aus und der Autor sah sich offenkundig nicht in der Lage, zusammenhängende Sätze zu schreiben.

Habe mal wieder versucht, aus dem Begriff ‚Ehre‘ schlau zu werden. Was ein verdammter Misserfolg war. Es heißt, die Breeländer seien ein stures Volk. Ich bin geneigt, das langsam gänzlich anders zu sehen. Derzeit liegen Gondorer in Führung. Gefolgt von Rohan *an den Rand gekritzelt* Rohan verliert gerade, Eondra nahm Schwert und Uniform an. Manchmal wünsche ich mir Cinlirs Pragmatismus.

Einer jener Gondorer ist Cenedor Faeryllian. Er überschritt entschieden seine Befugnisse, als er meinen Knappen Eidbruch vorwarf und eine Frau verhaften wollte, weil sie eine Verwandte von Feinden des Hauses ist. Sein Herr hat sein Urteil gesprochen. Er wurde aus der Garde entfernt und ihm wurde vorerst sein Schwert genommen. Verdammter Sturkopf, Stithheafod In einem folgendem Gespräch hat dieser Mann nicht etwa bereut, oder zumindest anerkannt, was sein Herr befahl! Nein, er sagte, dass er dasselbe nocheinmal tun würde, wenn es darum ginge die seinen zu schützen. Kann schon sein, dass das ein ehrenvoller Gedanke ist, aber mir will einfach nicht in den Kopf, wie effektiv es hier sein kann, jemanden unter Arrest zu stellen, weil er jemanden kennt. Müsste halb Bree inhaftieren – die andere verdammte Hälfte, weil sie die verdächtige Hälfte kennt! *an den Rand gekritzelt* Warum auch, Eide sind zwar bindend, aber nur unter Bedingungen. Hätte ich das früher geahnt, ich hätte einen Vertrag aufgesetzt. Ich halte mich an den verdammten Eid, außer wenn aber!

Die Sache mit dem Eid. Cinlir nahm Faeryllian das Schwert. Nicht irgendein Schwert, sondern das der Familie Faeryllians. Das scheint für diesen treuen Mann der Winthallans der Grund zu sein, seinen Eid nicht halten zu können. Er bat darum, daraus entlassen zu werden. Wieder habe ich diesen gondorischen Humbu diese Sache um Eid und Pflicht vollends falsch verstanden! *an den Rand gekritzelt* Das ist dann wohl Faeryllians Schwachstelle. Das Schwert. Wichtig genug, darüber zu vergessen, was seine Familie seit Generationen  für die Winthallans tut. Stithheafod!!

    *wesentlich später wurde eine Ergänzung an den Rand der Randbemerkung geschrieben* Habe sinnvollerweise einfach bei Faeryllian nachgefragt: Er sagt, er würde doch den Eid halten, egal was kommt. Na dann. Frage mich trotzdem, warum er um Entlassung aus dem Eid bittet. Aber: Sonst war er erstaunlich einsichtig. Wahrscheinlich hätte ich von vornherein das Konzept ‚halbwegs friedliche Zeiten‘ erläutern sollen. Hoffe, dass er nun versteht, um was es geht. Ich für meinen Teil, ahne, weshalb er bisher so stur erschien.

Immerhin. Eondra konnte mit einiger Mühe davon überzeugt werden, dass ich (wenn auch selten) dann doch manchmal nachdenke… oder mir zumindest so grob was denke. Er nahm seine Beförderung an und ihm wurde kein Schwert genommen, sondern eines gegeben. *an den Rand gekritzelt* Das Schwert war das seines Ziehvaters. Ich sollte es ihm geben, wenn ich ihn für würdig halte. Zum Glück verstand er die Geste!
Cinlir hat die Sache weit einfacher gelöst. Mir fehlt sein Sinn für das Offensichtliche: ‚Das nächste mal, wenn Euer Herr Euch befördert, sagt ihr schlicht ‚Danke, Herr. Ich fühle mich geehrt‘ Sollte meine Befehle nur noch mit passennder Antwort meines Gegenübers ausgeben.

Weiß immer noch nicht, wie das Ganze ausgeht, glaube aber, dass der.. *hier wurde der Text unterbrochen*

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.