Memento moriendum esse

Auch dies ist das Leben. Mir wurde gerade mitgeteilt, dass der heutige Tag nicht in regulärer Weise vonstatten gehen würde. Am gestrigen Nachmittag verstarb unerwartet eine Kollegin, die einen besonderen Platz innerhalb des Kollegiums und auch der Schule einnahm. Ich hatte immer den Eindruck, dass sie soetwas wie die gute Seele meiner Arbeitsstelle war. Sie war stets in der Lage, Kollegen und Schüler warm und freundlich willkommen zu heißen und dem Haus eine persönliche Note zu geben.

Ich bin dankbar, dass über ihren Tod nicht hinweg gegangen wird, indem nahtlos an den Alltag angeknüpft wird. Sie und ihr Wesen haben es verdient, einen Augenblick inne zu halten. Ich indes bleibe für den Moment ein wenig ratlos zurück, stelle ich doch in Momenten wie diesen fest, dass das Leben auch den Tod bereit hält, manchmal unerwartet immer aber als Einschnitt begriffen, sodass ich nicht umhin komme, vor allem an den Satz zu denken, den man bereits römischen Feldherren im Moment ihres Triumphes zuraunte: Bedenke, dass Du sterblich bist. Und so muss ich mich korrigieren. Wir, die wir für einen Lidschlag bedenken werden, haben es nötig einen Augenblick inne zu halten, damit wir eben dies tun können. 

3 Kommentare

  1. Das ist natürlich eine sehr traurige Geschichte. Aber wie ich finde nicht völlig. Denn einen Eindruck hat die Dame, unbekannt wie sie mir sein mag, ja hinterlassen. Nicht nur bei dir, sondern auch bei den Schülern. Ich denke nicht nur, dass das sehr wichtig ist, sondern eben auch sehr, sehr tröstlich.

  2. Ja, so versuche ich das auch zu sehen. Heute war im Haus eine Trauerfeier und viele sagten tatsächlich, dass diese gemeinsame Zusammenkommen und füreinander da sein sehr in ihrem Sinne gewesen wäre.
    Ob das nun wirklich so ist, kann man natürlich nicht sagen, ich würde aber doch sagen, dass es ihrem Geiste entsprach – letztlich also kann man darin auch Trost finden, ganz wie Du es sagst.

  3. Das rührt mich gerade zu Tränen, vor allem in Anbetracht der Entwicklungen auf der WElt derzeit, die sich ja gerade mal wieder sozusagen stündlich ändern. Und wieder ist es wichtig, jeden Tag zu genießen und jenen, die einem nahe stehen oder einem einfach wichtig sind, dieses mitzuteilen. In diesem Sinne, Gisi, Du bist für mich ein sehr wichtiger Mensch trotz der Art unserer Bekanntschaft und der Distanz.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.