Cthulhu

Nein, ich habe mich nicht dem Mythischen oder Okkulten verschrieben. In meiner sonst sich eher durch die Welten schnetzelnden Warhammer-Runde kam der Gedanke auf, einen Abstecher zum Rollenspielsystem „Cthulhu“ zu machen. Unser Spielleiter legt sich sehr ins Zeug und so sind auch wir gefragt, uns ein wenig mit den Hintergründen der Spielwelt und vor allem unserer Charaktere vertraut zu machen. Bisher sehr spannend und dabei saßen wir noch nicht gemeinsam am Spieltisch.

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Das Spielsystem

<strong>Cthulhu</strong><br> am Rande der Finsternis (Pegasus-Verlag)

wir nutzen „Cthulhu. Am Rande der Finsternis“, das im Deutschen vom Pegasus-Verlag vertrieben wird. Die Regeln sind denkbar einfach und bassieren auf einem W100-System. Wenn ich das bisher richtig übersehe sind Kämpfe nicht das Wesentliche, es kommt offenbar sehr darauf an, die Stimmungen und Entwicklungen der Charaktere auszuspielen. Eine Entwicklung, die im Übrigen unweigerlich in Wahnsinn führt. Das am Spieltisch auszuspielen stelle ich mir…. nun sehr interessant vor.

 

Grundlagen

H.P. Lovecraft

Cthulu basiert auf den Romanen des Schriftstellers H.P. Lovecraft, dessen Geschichten etwa in den 1920er Jahren angesiedelt sind. Im Wesentlichen entspricht die Welt der, die auch wir für diese Zeit annehmen würden. Hinzu kommen allerdings die mythischen Elemente: es gibt Wesen, die weit älter sind, als die Menschheit und die auch nicht zwangläufig von der Erde stammen. Diejenigen, die diesen Wesen oder ihren Hinterlassenschaften begegnen, erkennen zumeist die Bedeutungslosigkeit der menschlichen Rasse, was sie schonmal nahe an den Wahnsinn bringt. Auch sonst scheinen diese Wesen nicht eben die freundlichen Nachbarn zu sein. In Lovecrafts Welt gibt es verschiedene Möglichkeiten, Verbindung zu ihnen aufzunehmen, niedergeschrieben sind sie in diversen okkulten Büchern. Es versteht sich von selbst, dass das entsprechende Hauptwerk Necromantum heißt.

 

Erstellung der Charaktere

Hier hat unser Spielleiter ein Vorgehen gewählt, das ich aus rollenspiellastigen Gruppen eher nicht kenne, das aber wirklich Spaß macht, weshalb ich mich genötig sah, diesen Artikel zu verfassen. Unsere Charaktere würfelte er aus, wir haben lediglich die Grundwerte, einige Eckdaten und… nunja, wir haben auch Hausaufgaben (auf-) bekommen. In meinem Fall sah das wie folgt aus:

Du bist Yeal Rosenbaum, 32 Jahre, Psychoanalytikerin. Du bist Psychologin mit Leib und Seele und überzeugte Analytikerin. Besonderes Interesse in Dir haben die Schriften von C.G. Jung geweckt und bei Deinen Forschungen hast Du die Hypothese, dass es im kollektiven Unterbewussten noch etwas düstereres gibt als den Schatten.
Deine Forschung in der Psychologie beschäftigen sich auch mit dem Bereich der Arbeitspsychologie und Du bist daran interessiert zu erforschen, welche Auswirkungen die Antarktis auf die Arbeitsfähigkeit hat, da hier für die Zukunft Ölreserven vermutet werden.
Du hast Dich in Deiner Ausbildung zur Psychoanalytikerin auch mit Hypnose beschäftigt. Um die Schriften von Freud und Jung zu lesen hast Du sogar Deutsch gelernt.
Du kommt aus gutem jüdischen Hause und bist in Manhatten groß geworden. Geld spielt für Dich eher eine nebensächliche Rolle. Du bist relativ schwach, aber gebildet und intelligent. Sehr selbstbewusst setzt Du Dich in einer Männerwelt durch.
Bitte arbeite die Charakterzüge und Macken Deines Charakters weiter aus (alle Werte sind bereits erwürfelt) und suche nach einem passenden Bild. Wirf auch einen Blick auf die Ideen C.G. Jungs.

Hinzu kamen noch die Startwerte meines Charakters und dessen Fähigkeiten in Prozent. Na schön. ich habe keine Ahnung von Psychologie, erst recht nicht von den Theorien C.G. Jungs, die Kenntnisser jüdisch-amerikanischer Kultur halten sich auch eher in Grenzen und ich habe noch nie mit diesem System oder der Welt gespielt. Dann kann es ja losgehen.

 

Der Hintergrund

Geplant ist eine Kampagne, in die wir bisher nur IT eingeführt worden sind. Die Herren Starkweather und Moore planen eine Expedition in die Antarktis, die den Spuren einer vorangegangenen Folgen soll. Eben jene Expedition ist Gegenstand einer Geschichte Lovecrafts, die passenderweise „Berge des Wahnsinns“ heißt.  Wir haben allerdings lediglich einen Zeitungsartikel und eine Einladung erhalten:

12.Januar 1932
Liebste Yael,
mir ist zu Ohren gekommen, dass die Miskatonic-University zur Zeit eine Expedition in die Antarktis plant. Wäre das nichts für Dich meine Liebe? Die Leitenden sollen recht feindlich gegenüber Frauen eingestellt sein, aber das hat Dich ja noch nie aufgehalten. Die Expedition sucht wohl noch ein paar Geldgeber, hier solltest Du sie wohl überzeugen können DIch mitzunehmen. Sie mögen zwar keine Frauen mögen, aber ihr Geld mögen sie allemal.
Es wäre bestimmt eine gute Gelegenheit Deine Forschung voran zu treiben und einige Theorien in der Praxis zu testen. Bitte melde Dich wenn es Dir möglich sein sollte die Reise anzutreten. Ich weiss, Du kannst so einem Abenteuer nicht widerstehen.
Ich vermisse unsere Gespräche und hoffe, Dich vor Yom Kippur zu sehen. Ich bin zur Zeit leider mit meiner Arbeit hier in Arkham so eingebunden, dass ich Dich nicht besuchen kann.
Ich hoffe meine Nachricht erreicht Dich in guter Gesundheit.
Shalom,
Dein Bruder Schlomo

Zeitungsartikel zur Expedition Yeals Brief an ihren Bruder Yeals Brief an das Dekanat der UniversitätLetztlich konnte ich daraus meinen Charakter in groben Zügen erstellen und mir halbwegs ein Bild von ihm machen, das sich sich allerdings bisher erst in zwei Briefen manifestiert. Witzigerweise gestaltet sich bisher sogar die Terminfindung für den ersten Spielabend eher IT; jedenfalls, was den Mailwechsel dazu betrifft. Ich weiß noch nicht, was ich hiermit mache. Aber wenn das weiter so geht, werde ich das in den Bereich „Charaktere“ verlagern und vielleicht eine Art Tagebuch der Expedition führen.

4 Kommentare

  1. Ah, das ist echt spannend. Ich kann ja mal berichten, wie dann der erste Spielabend so war. Bisher kann ich mir noch nicht so recht vorstellen, wie das Ganze so sein wird. Beratung hole ich mir dann bei Deinem Bruder 🙂

  2. Muha! Das Vieh ist ja echt gut. Es drück sehr gut dieses äh… sehr unwohle Gefühl aus, das man so bekommt, wenn man auch nur an Cthulhu denkt 🙂

    PS: Jawoll, wird Zeit.

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