Ein Buch von deinem Lieblingsautor (10/31)

Ich hatte schon viele Lieblingsautoren und werde auch noch eine ganze Menge haben. Derzeit ist es Rebecca Gablé, die eine großartige Sage um die fiktive Familie der Waringhams geschrieben hat und diese Geschichte wunderbar mit der Englands im späten Mittelalter verbunden hat. Ich sehe dennoch davon ab, heute ein Buch von ihr vorzustellen, denn da bietet sich ein anderer Tag weit besser an. Stattdessen wende ich mich meinen irischen Freunden zu und wähle von meinen zahlreichen Lieblingsautoren Brendan Behan. 

[box type=“note“ border=“full“]Brendan Behan: Borstal Boy, Köln 1963.[/box]

Das Bild stammt von einer Neuauflage. In meinen Schrank allerdings steht ein Exemplar aus dem Jahr 1963. Als ich es seinerzeit kaufte, musste ich ein modernes Antiquariat bemühen, um an das Buch zu kommen. Schön, dass es wieder verlegt wird.

Den Autor schätze ich so sehr, weil es authentischer kaum noch gehen kann. Behan erzählt vom ewigen Kampf  der I.R.A., bei der er Mitglied war. Mit 16 Jahren kam er in die Haftanstalt Borstal. Am Titel unschwer zu erkennen, beschreibt er im Roman eben jene Tage. Zu keiner Zeit liest sich das Buch wie der bemühte Bericht eines Augenzeugen. Behan ist es gelungen, seinen jugendlichen Eifer für die vermeintlich gerechte Sache der I.R.A nicht nur sehr lebensnah sondern auch mit einem gewissen Augenzwinkern zu vermitteln. Seine erste Begnung mit den Polizisten, die ihn verhaften sollen, beschreibt er zum Beispiel wie folgt:

[quote]Ich ergriff daher meine Reisetasche, die Kaliumchlorid, Schwefelsäure, Gelatinedynamit, Sprengkapseln und Zündpatronen und das übrige meiner Sinn-Fein-Verschwörerausrüstung enthielt, und trug sie zum Fenster. Und schon standen die beiden Besucher im Zimmer.
Ein junger Mann mit dem Blondschopf eines Herrenvolkes und dem Tonfall eines Sprechers von der BBC brüllte: „Los, pack ihn, den Hurensohn“[/quote]

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