mein Violinenexperiment in Worten

Seit einiger Zeit lerne ich ja nun Geige, oder sagen wir: unternehme ich den Versuch, das zu tun. Inzwischen werde ich doch von einigen Seiten gefragt, wie sich das denn nun so macht und da ich das selbst nicht so genau weiß, habe ich beschlossen, das hier einmal festzuhalten. Ganz sicher wird das keine Anleitung zum Do-it-Yourself-Geigenspiel. Soviel weiß ich nämlich jetzt schon; ein Lehrer wird benötigt, denn es gibt von Haltung bis Bogentechnik erschreckend viel zu berücksichtigen. 

Meine Erfahrungen mit Musik sind eher durchwachsen. Das berüchtigte Blockflötenspiel im Grundschulalter, Gitarre auf Lagerfeuerniveau mit Hilfe von „Peter Burschs Gitarrenschule“ erlernt als ich 18 war und nun, im besten Alter für eine Midlife-Krise, also Geige. Seltsamerweise wird man an beinahe jeder Stelle darauf hingewiesen, dass man aber nicht mehr Profimusiker werden kann, wenn man in einem solchen Alter anfängt, Geige zu lernen…. Ehrlich? Dabei wollte ich meinen Beruf aufgeben und in den Orchestergraben wechseln.

Den Anfang dieser garantiert auch eher losen Reihe macht meine heutige Übungsstunde, die übrigens unfassbar frustierend war, ich hoffe ich kann bald von irgendeinem sagenhaften Durchbruch schreiben. Bis dahin gibt es aber wohl Tage (wie den heutigen), da will nichts so recht gelingen.

Nach wie vor sind meine Fortschritte in Sachen Geigenspiel ja eher bescheiden, sodass ein Großteil meiner Übungsstunden darauf ausgerichtet ist, meine Bogenhaltung zu optimieren und ab und dann vielleicht auch noch den richtigen Ton zu treffen. Ich staune immer wieder, wieviele Fehler sich in zwei Wochen Übungszeit einschleifen können.

Mein erstes Problem ist der 3. Finger. Er wird in der ersten Lage unmittelbar neben den zweiten Finger gesetzt, was ich leider allzu selten tue. Das führt dann dazu, dass ich den vierten Finger entschieden zu hoch positioniere. Ein zu hoch gegriffenes ‘H’ grenzt an Folter, zumal ich es direkt am Ohr höre.

Ein weiteres Problem ist und bleibt der Bogen. Zwar klingt es nicht mehr, als würde ich eine Katze töten, aber sie scheint noch immer zu leiden. Konzentriere ich mich auf die Griffe, leidet stets die Bogenhaltung. Ich verkrampfe förmlich und führe in der Folge den Bogen brutal schräg über die Saiten. Einzige Lösung bisher: Erstmal zupfend die Noten lernen und dann an die Bogentechnik gehen. Üben, üben, üben – es wird wohl eine harte Woche.

4 Kommentare

  1. Das freut mich, dass du wieder mehr schreibst. Und dass du Geige übst auch. Bei mur und dem Klavier war es so, dass die Übungsstunden meist frustrierend bleiben. Ich wär immer gern schon besser gewesen. Vor allem weil ich ja wusste, dass es beim alleine üben teilweise besser war. Die schönen Momente hat man, meine ich, eher für sich ganz alleine, wenn der Ton/das Stück/der Lauf dann eben plötzlich doch klappt und man sich nicht mehr wie ein Versager vor kommt. Ich wünsch dir, dass es bald so weit ist.

    Mögen die Katzen überleben.

  2. Klavier stelle ich mir direkt noch schwieriger vor, da muss man ja so richtig Noten lesen können 🙂 Und beide Hände spielen auch noch was so gänzlich anderes.
    Ich freue mich auch, wieder mehr zu schreiben und natürlich, dass sich Leute darüber freuen und ja, für die Katzen hoffe ich sehr.

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