Ich brauche mehr schwüle Tage

Es ist schon ein Kreuz mit der Geige. Nicht nur, dass dieses Instrument bisher für mich noch eher schwer zu beherrschen ist, es beschäftigt mich auch nachhaltig, wenn ich es gerade nicht in der Hand habe. Das Problem ist, dass der Leim und die Hölzer eine gewisse Luftfeuchtigkeit benötigen, damit nichts reißt oder bricht. Jede Veränderung am Holz macht sich wirklich empfindlich am Instrument bemerkbar, diese Lektion musste ich schon früh lernen. 

Das Internet sagt, die optimale Luftfeuchtigkeit liegt so bei 50% bis 65%. In meiner Wohnung scheint ein ganz besonderes Mikroklima zu herrschen, es ist überaus trocken. Im Winter erreichte ich mit Mühe und Not eine Luftfeuchtigkeit von 40%, was ja Gift für die Geige sein soll bzw. definitiv ist.
Als ich anfing zu lernen, hatte ich mir via Internet ein Geigenset gemietet. Nicht eben ein gutes Instrument, aber auch dieses ist empfindlich genug. Ich hatte keine Ahnung, dass man derart auf das Raumklima achten muss und ließ die Geige eben Geige sein und kümmerte mich um nichts weiter. Das Ergebnis war, dass sich eine Saite wirklich komplett abgewickelt hatte und der Wirbel sich so gar nicht mehr im Wirbelkasten feststecken lassen wollte. Für jemanden, der gerade 3 Wochen eine Geige besitzt kann das schon ein Problem werden, ich hatte nicht die leisteste Idee, wie ich die Saite da wieder ordentlich drauf bringe, ohne das Instrument zu töten.

Jetzt hatten wir ein paar warme und auch schwüle Tage und mit Hilfe des Wetters hab ich dann endlich mal eine Luftfeuchtigkeit, die dem Instrument guttut. Ich stelle fest, dass ich in Zukunft diese ekligen, schwül-warmen Sommertage so richtig zu würdigen weiß. Sie retten mein ganz persönliches Raumklima 🙂

Nebenbei: es ist definitiv mein erstes Instrument, bei dem im Instrumentenkoffer gleich solche Messgeräte eingebaut worden sind. Ist halt doch ein wenig anders als bei der Blockföte.

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