Lord Treag

„Gnade“, krächzte der Soldat. verächtlich verzog Treag das Gesicht. Seine Arbeit auf Alderaan war mühevoll, sie auch noch durch die Inkompetenz von imperialen Offizieren erschwert zu wissen, machte es nicht besser. Der Sith lockerte den Machtgriff und der Offizier fiel zu Boden und rang nach Luft. Treag sah auf den Mann herab. Er würde einen neuen Verbindungsoffizier brauchen. „Ihr werdet mich nie wieder enttäuschen, Lieutenant“, sagte Treag und in seiner Stimme schwang der Ärger mit. Der Mann war aufgesprungen und nahm wieder Haltung an. Man konnte seine Furcht fast greifen, so präsent war sie. „Ja, mein Lord, ihr werdet Eure Entscheidung nicht bereuen.“ Treag nickte knapp. „Ich werde sie nicht bereuen, denn Euer neuer Posten ist auf Hoth. Ihr seid versetzt.“ Der Offizier schluckte und Treag sah interessiert zu, wie der Mann mit seiner Angst rang. „Ja, mein Lord, wie ihr wünscht“, antwortete der Soldat schließlich klugerweise. Der Sith nickte erneut und entließ ihn damit.

Lord Treag hasste seine Arbeit von Herzen. Dieser elende Friedensvertrag zwang ihn, mühevolle Überzeugungsarbeit zu leisten. Dabei wäre es so einfach, mit der richtigen Mischung aus Drohung, Gewalt und erzeugter Furcht zum Ziel zu kommen. Count Derin war so ein Fall. Treag arbeitete nun seit Jahren, um die kleineren Häuser auf die Seite des Hauses Thul zu bekommen. Solange das Imperium am Friedensvertrag festhalten wollte, musste sich Treag diesdem Diktat beugen. Und so hatte er den Auftrag erhalten, auf diplomatischen Wege die Interessen des Imperiums auf Alderaan zu wahren. 

Diplomatische Wege. Es gab Zeiten, und die waren nicht eben selten, da wünschte Treag sich, dass jemand diesen Vertrag brach und das Imperium endlich tun würde, wozu es bestimmt war. Es war und würde immer ein Gesetz der Galaxis bleiben, dass die Starken über die Schwachen herrschten. Es gab gute Gründe, weshalb es Sith waren, die die Geschicke des Imperiums lenkten.

Treag bekam stets einen metallischen Geschmack im Mund, wenn er an den Tag zurückdachte, an dem man ihm offenbart hatte, dass er künftig von Alderaan aus operieren würde. Man hatte ihn nach Dromund Kaas gerufen und im Sith-Allerheiligsten hatte er zusammen mit einigen Lords seine Befehle erhalten. „Du, Treag“, hatte sein Meister seinerzeit gesagt, „wirst unsere Stimme auf Alderaan sein. Du hast das Talent zu beboachten und du verfügst über die Fähigkeit, einen Konflikt auch ohne ein Lichtschwert zu lösen.“ Treag hatte erstarrt dagestanden. Er erkannte eine Beleidigung, wenn er sie hörte. „Ärgert Dich das?“, hatte der Darth hinter seiner Maske geschnarrt, „das ist gut, nutze deinen Zorn, lasse ihn deine Gegner spüren. Denn du verfügst auch und vor allem über die Fähigkeit, ohne ein Lichtschwert einen Konflikt zu schüren!“ Treag erinnerte sich noch gut daran, dass er in jenem Augenblick an die Möglichkeit dachte, dem Darth seine Maske vom Kopf zu reißen, um dann nacheinander jeden Versorgunsgschlauch zu kappen. Er hatte den Rest der Beratung nur überstanden, indem er sich vorstellte, wie sein Meister nach Luft schnappen würde, während das Leben unwiderbringlich aus ihm wiche.

Eine Weile dachte Treag, dass er auf diesen Posten gekomemn war, weil sein Meister keine Verwendung für ihn hatte. Er war deshalb durchaus erstaunt, dass ihm nach einem Jahr kein ambitionierter neuer Schüler herausforderte, sondern sein Meister ihn in den Rang eines Lords erhob. Fortan, das wusste der damals junge Sith-Lord, würde er sich seinre Aufgabe mit ganzer Aufmerksamkeit widmen. Wenn er es schon schaffte, zum Lord erhoben zu werden, wenn er eine Aufgabe nur halbherzig erfüllte, welche Möglichkeiten ergaben sich erst, wenn er seine Aufgaben mit unbedingtem Willen erfüllte!

Das war Jahre her, sein Meister lebte längst nicht mehr. Die Lehre aber hatte Lord Treag nie vergessen. Er betätigte einen Knopf der Konsole seines Schreibtisches. „Ich werde binnen einer Stunde starten. Bis dahin ist mein Schiff startklar und Lieutenant…“, Treag nahm ein Datenpad zur Hand und blickte darauf, bevor er weitersprach: „… und Lieutenant Jofren soll sämtliche Informationen zu Voss und diesem Darth Templar zusammenstellen!“ Am anderen Ende der Verbindung setzte kurzes Schweigen ein. Dann ertönte die Antwort: „Lieutenant Jofren hier, mein Sith-Lord. Ich werde Eure Befehle gewissenhaft ausführen, darf ich fragen was mit Lieutenant…“ Treag schnitt die Antwort ab, indem er erneut den Knopf drückte. „Dürft ihr nicht. Folgt Euren Befehlen. Wenn ich auf Voss Überraschungen erlebe, werde ich Euch zur Veranwtortung ziehen!“

An manchen Tagen, und die waren nicht eben selten, da wünschte Treag sich, dass jemand diesen Vertrag brach…

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