Canossa

Der Befehl des Darth war deutlich: „Ihr werdet das korrigieren, Lord Treag. Und ihr werdet Euch bei Lady Bîrea entschuldigen!“ Treag knurrte, als er das hörte. „… und damit meine ich nicht ein freundliches Knurren!“ Treag knurrte dennoch. Immerhin war diese … Dame unbefugt in einen Sicherheitsbereich gelangt. Sie war weder Angehörige des Hause noch gehörte sie zum Militär. Folglich hatte der Lord sie vom Militär entfernen lassen. Schließlich gab es ein diplomatisches Viertel, das sehr sicher weit geeigneter war, als die Räumlichkeiten eines Sith-Lords! Ein Attachée des diplomatischen Corps war sie also. Dies war eindeutig einer jener zahlreichen Tage, an denen Treag sich wünschte, dass es nie zu diesem Vertrag gekommen wäre. Er sah durchaus ein, dass manchamal die richtige Mischung aus Entgegenkommen, Gespräch und nachhaltiger Drohung zum Ziel führen konnte. Aber deshalb ein eigenes diplomatisches Corps unterhalten? Der Sith hielt das vor allem für eine Verschwendung von Ressourcen.

„Attachée Bîrea!“. Treag hatte den Raum betreten und blieb in der Mitte stehen. Bîrea erhob sich und verneigte sich mit einem höflichen Lächeln vor Treag. „Lord Treag. Es ist mir eine große Ehre, dass ihr meinen Namen und meine bescheidene Tätigkeit für wichtig genug erachtet, dass sie derart explizit erwähnt werden. Wie kann ich Euch zu Diensten sein, mein Lord?“ Treag blickte aus verengten Augen zu der Dame vor sich. Sie stand aufrecht da, ihre gesamte Haltung strahlte etwas ruhiges, fast elegantes aus. Es kostete ihn Mühe, nicht direkt einen Machtschub gegen Bîrea zu schleudern. Ein Sith sollte sich seiner Stärke bewusst sein und nicht derart lächelnd einen Reinblüter begegnen!

„Attachée Bîrea!“, setze er erneut an, „ihr werdet Euer Quartier hier belassen! Diese Räume stehen Euch uneingeschränkt zur Verfügung!“
Bîrea senkte in einer fließenden Geste ihren Kopf. „Gewiss, mein Lord. Es liegt mir fern, Euren Anordnungen zu widersprechen. Mit Eurer Erlaubnis werde ich Darth Calderis meinen Dank zum Ausdruck bringen und ihm versichern, dass ich Euren Befehlen unbedingt folge leisten werde.“
Treags Blick glich inzwischen zwei leuchtend gelben Strichen, deren einziges Ziel darin zu bestehen schien, Bîrea auf der Stelle in Flammen zu setzen. Nichts an dieser Dame wies auf eine Respektlosigkeit hin. Sie sprach ruhig, den Blick gesenkt und mit dem nötigen Respekt. Und doch spürte der Sith mehr als deutlich, dass dieses Gespräch eine eindeutig ungewollte Wendung war. Aus der Tiefe seines Körpers ertönte ein leises Grollen. Knirschend setze er zu einer Antwort an: „Das wird nicht nötig sein Attachée Bîrea! Dies ist kein Befehl. Ich bestätige das Angebot der Gastfreundschaft, die Euch Darth Templar Calderis gewährt.“ Treag atmette tief durch, während sich seine Nasenflügel vor Anspannung weiteten. „Ich entschuldige mich für mein Auftreten. Mir war nicht klar welchen Ranges ihr seid und dass ihr die Gastfreundschaft meines Lords genießt!“ Diesmal lächelte Bîrea nicht. Sie verneigte sich erneut vor Treag, bevor sie mit ihrer ruhigen Stimme sprach: „Mein Lord, ich hätte mich klar gegenüber Euch ausdrücken sollen. Ich danke Euch für Eure Nachsichtigkeit. Mit Eurer Erlaubnis werde ich Darth Calderis meinen Dank zum Ausdruick bringen und ihm versichern, dass es mich mit großem Stolz erfüllt, dass sich der Erste Lord seines Hauses derart für meine Sicherheit einsetzt.“

Treag verließ mit einem knappen Nicken den Raum. Sofort kontaktierte er sein Schiff. „Ich bin auf Skyline! Wer mich dort stören kommt, sollte mit einem Lichtschwert bewaffnet sein! Und Op. Takematsu soll ein Dossier anfertigen: Attachée Bîrea, imperiales, diplomatisches Corps!“ „Ja, mein Lord!“ ertönte die Antwort sofort. Treag atmete tief durch. So sollten Gespräche stattfinden. Klare, präzise Anweisungen und eine Bestätigung des Befehls.

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