In die Traufe

Irgendwie hatte ich den Plan für eine gute Idee gehalten. Endlich diesem Kodex entkommen, endlich nicht mehr darauf gefasst sein, dass irgendein Lord der Meinung ist, dass er meine Fähigkeiten auf den Prüfstand stellen will! Es kann schon sein, dass ich machtbegabt bin. Aber was bedeutet das schon? Ich kann mich schnell bewegen, auf Korriban lernte ich dann vor allem, was es bedeutet, sich einem von den Sith vorgeschrieben Weg zu widersetzen. Strafe und Demütigung. Eine ganz eigene Form der Sklaverei.
Ich weiß nicht, wie Raluka das macht, oder was sie macht. Schätze, dieser elende Reinblüter hat ihr beigebracht, dass es nur einen Weg aus Hass, Wut, Schmerz und eigentlich vor allem schlechter Laune gibt. Jedenfalls wirkt dieser verdammte Banthadreck wirklich immer so. Ich glaube, ich habe den noch nie auch nur im Ansatz lachen sehen.

Wenn ich kein Schüler bin, müsste ich eigentlich meine Ruhe haben. Sith sind doch gut darin zu übersehen, dass es neben ihnen noch ganz normale Menschen gibt. Keine Verantwortung also, und doch in der Nähe von Raluka. Soweit der Plan.

Vielleicht hätte ich denken sollen, bevor ich handle. Oder sagen wir: vielleicht hätte ich weiter als bis zum nächsten Treffen mit Raluka denken sollen. Ich bin also zu Templar gegangen und seine Reaktion hätte mich eigentlich so sehr warnen sollen, wie die Empfindungen Ralukas. Kaum hatte ich meinen Wunsch ausgesprochen, war mir klar, dass ich auf Gedeih und Verderb dem Wohlwollen des Darth ausgeliefert bin. Man kann nicht einfach aufhören ein Sith zu sein. Das Imperium hat da eine verdammt klare Einstellung zu. Also hat der Darth gesagt, dass ich in jeder Hinsicht nicht mehr als Sith betrachtet werde und ich sollte mich bei Yukiyo melden.

Wie schwer sollte das schon sein. Ob ich nun als Sith „Ja, mein Lord“ sage und anschließend doch bestraft werde, weil der entsprechende Lord einen schlechten Tag hat, oder ob ich „Ja, mein Lord“ sage und dann einfach aus der Sichtweite des Lords verschwinde, nimmt sich nicht viel. sieht man davon ab, dass der entsprechende Lord dann seine Schüler weiter schleift. Die Wahl ist leicht! Soweit der Plan.

Ich meldete mich bei Yukiyo, und musste feststellen, dass ihre Methoden schon fast eines Sith würdig sind. Und sie beobachtet verdammt gut, ich werde in Zukunft auf jeden Fall ihre Befehle sehr genau umsetzen und am besten gar nicht mehr über deren Sinn oder Unsinn nachdenken. Aber irgendwie habe ich den Verdacht, dass man in Ruhe gelassen wird, wenn man nur zügig genug „Ma’am, jawohl, Ma’am!“ sagt und zwar am besten laut und deutlich, und ohne mit den Augen zu rollen. Sie hat mich als Private zugeordnet. Raluka hat (wie so oft) recht, die Konsequenzen meines Handelns reichen viel weiter als ich dachte.

Ich musste mein Lichtschwert ablegen. Ich glaube, mir wurde erst da bewusst, dass es doch ein paar Privilegien gibt, an die man sich schnell gewöhnen kann. Raluka befahl (!) mir, das Lichtschwert zu demontieren. es war… seltsam. Ich habe es mir mühevoll erkämpft, auf dieser verfluchten roten Staubkugel. Und es zu erringen bedeutete für mich seinerzeit, endlich dem Dasein als Akolyth zu entkommen. Raluka hat sich so sehr verändert. Sie ist mehr Sith, als ich es je sein könnte. Sie scheint daran wirklich zu glauben!

Und ich wette, ich habe es Treag zu verdanken, dass Raluka so mit mir umspringen muss. Ihm sollte ich wirklich aus dem Weg gehen und ich sollte mir keinen Ärger mit dem Darth einhandeln, denn von ihm wird es abhängen, ob Treag mich zurück nach Alderaan oder Tatooine schleift. Wahrscheinlich hat er deshalb immer schlechte Laune, er ist hier auf Voss angekommen, weil er mich suchte, und ich bin ziemlich sicher, dass er Voss hasst. Viel zu friedlich hier.

Das Ganze hat aber auch Vorteile. Wie es aussieht, findet Yukiyo es ziemlich wichtig, ein Schiff sehr sauber zu halten. Kein Sith wird sich dafür interessieren und irgendwann hat man Feierabend, den werde ich zu nutzen wissen. Vielleicht gelingt es mir ja, als Wache eingeteilt zu werden, am besten bei den Quartieren der Schüler. Soweit der Plan …

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