Jofrens Fehler

Lt. Jofren bereute seinen Fehler fast täglich. Er hätte wissen müssen, dass Treag eine ganz besondere Form der Strafe finden würde. Was aber auch hatte dieser Sith-Lord erwartet? Jofren hatte ein Dossier über Darth Calderis zusammengestellt, ganz wie es Lord Treag befohlen hatte. Er hatte auf sämtliche Quellen zurück gegriffen, die sich ihm boten. Die Datenbanken des Militärs, die des imperialen Geheimdienstes (es war pures Glück, dass Keyton ihm noch einen Gefallen schuldete). Spärliche Informationen. Darth Templar Calderis war zum Darth aufgestiegen, nachdem ein gewisser Darth Blackmoor oder Haus Blackmoor (?) vernichtet worden war. Sith-Angelegenheiten, hatte Lt. Jofren beschlossen und nicht weiter geforscht. Das war der erste Fehler. Darth Templar hatte seine Residenz auf Voss, einem Planeten, auf dem sich das Imperium noch auf friedlichen Wege um die Bewohner bemühte. Die Sith ebenso. Wenn Darth Templar dort lebte, musste er, zumindest für die Verhältnisse der Sith, ein sehr diplomatischer Mann sein. Das war der zweite Fehler. Jofren hatte es unterlassen, Lord Treag diese Analyse vorzutragen.

Der Sith-Lord hatte sich Tage nicht gemeldet. Jofren wartete mit der „Dignitas“ am Raumhafen. Die Liegegebühren mussten Credits ohne Ende verschlingen, Jofren war es gleich, sollte Lord Treag doch an den Unkosten zugrunde gehen. Irgendwas war auf Voss schief gegangen und der Lieutenant ahnte, dass das keine guten Folgen für ihn haben würde. Lord Treag verzieh keine Fehler, Lord Treag reagierte auf sie. Immer.

„Eure Informationen waren unvollständig.“ Es war kein Vorwurf, den Lord Treag da formulierte, es war schlicht eine Feststellung. Jofren war vor Angst fast übel geworden, denn die Stimme des Reinblüters hatte geklungen, als würde das folgende Todesurteil nur noch eine Formsache sein. „Ihr werdet lernen, gewissenhaft zu arbeiten.“, hatte der Lord angefügt. Das war im Grunde noch schlimmer als ein Todesurteil, denn Lord Treag hatte sich unmittelbar nach dem Gespräch etwa drei Minuten mit dem Kommando unterhalten. Drei Minuten, in denen die Karriere Jofrens auf Gedeih und Verderb an den Sith-Lord gebunden wurde. Treag hatte den Soldaten knurrend angewiesen, seine Belange zu regeln, da er nun auf die Dignitas versetzt wäre.

Das war nun gute drei Wochen her. Der einzige Vorteil daran war, dass Lord Treag offenbar von seinem neuen Meister viel beansprucht wurde. Aus Sith-Angelegenheiten hielt Jofren sich nach Möglichkeit raus, das konnte das Leben ungemein verlängern und es konnte einem eine Versetzung unter das Kommando eines Sith-Lords ersparen! Treag kam in der Regel nur zum Schlafen oder Meditieren oder zu was Sith sich auch immer zurückzogen an Bord. Er knurrte dann ein paar Befehle, die meistens die Weiterleitung von Nachrichten betrafen.
Die übrige Besatzung hielt sich möglichst unsichtbar, wenn der Lord an Bord war. Sie hatten schnell herausgefunden, dass Treag einen in Ruhe ließ, wenn man seine Arbeit zu seiner Zufriedenheit regelte.

Der Flug nach Dromund Kaas stellte fast sowas wie Abwechslung dar. Lord Tag hatte offenbar einen neuen Sklaven gekauft. Zu Jofrens Aufgaben gehörte nun auch die Überwachung von dessen Ortungschip. Auch sonst hatte Treag unter seinem Darth scheinbar neue Aufgaben übernommen. Er kam mit einer Schülerin an Bord, Raluka Calderis. Jofren starrte durch die Frontfenster in den Weltraum vor sich. Mische Dich nie in die Angelegenheiten eines Sith. Und nun waren es bereits zwei Sith, mit denen er es zutun hatte…

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