Progression

Irgendwas ändert sich. Ich frage mich wirklich, was Lord Variss mit mir anstellt, aber das erste Mal in meinem Leben fühle ich mich nicht völlig zerfressen vor der Ohnmacht, meiner Vergangenheit zu entfliehen.

Raluka ist es gelungen. Ach ihr Meister ist ein Reinblüter. Sie sagt immer, dass er es war, der ihr gezeigt hat, was es bedeutet, ein Sith zu sein. Ich habe das nie verstanden, habe immer gedacht, dass diese ständige Suche nach der dunklen Seite, nach all der Leidenschaft einem die Seele raubt und den freien Willen gleich dazu. Und doch wirkt Raluka stark und entschlossen, sie hat ein Ziel und freut sich auf ihre Arbeit mit Lord Vastor.

Wie lange habe ich neiderfüllt zugesehen, wie sie wuchs, während ich im Selbstzweifel versank, ständig darüber nachdachte, dass ich nicht annähernd erreichen könnte, was Raluka geworden war. Und nun stehe ich da und ertappe mich bei dem Gedanken, welche Möglichkeiten im Dasein eines Sith stecken.

Bisher bedeutete der weg der Sith für mich vor allem eines: Schmerzen und bestenfalls der Vollstrecker des Willens irgendeines Lords sein. Lord Variss hat mir eine neue Seite aufgezeigt. Ich habe darüber nachgedacht, ich habe sogar meditiert. Warum habe ich bisher nie gemerkt, wie es sich anfühlt, wenn man all die Demütigungen all die Ungerechtigkeiten der Vergangenheit sucht, die Erinnerung daran geradezu heraufbeschwört? Was für ein Gefühl! Es ist, als halte man in seinen Händen alle Möglichkeiten, diese Ungerechtigkeiten zu sühnen. Nie wieder werde ich zulassen, dass ich so machtlos bin. Die Macht sprengt wahrhaftig unsere Ketten. Manchmal spüre ich das so intensiv, dass es sich anfüllt, als fülle sich jede Ader mit dieser Macht, als würde man geradezu davon durchdrungen.

Lord Variss hat mir erlaubt, meine Übungen mit Major Takematsu weiter zu führen. Ich weiß nicht genau, was mein Meister vor hat, aber was sie mich fragte, lässt ahnen, dass sie meine Wünsche besser kennt als ich. Sie hat auch in Aussicht gestellt, dass ich nach Alderaan zurückkehren kann. Nicht als Sklave, nicht als Bittsteller, sondern als Sith, mit allen Möglichkeiten eines Sith.

Ich würde das gern mit Raluka teilen, ihr erklären, dass ich glaube, endlich zu verstehen, warum sie so hart für ihr Fortkommen kämpft. Sie ist allerdings nach Hoth aufgebrochen. Ihr Meister hat sie freigestellt und so lernt sie nun bei Lord Vastor. Wir hatten keine Gelegenheit, uns zuvor zu sehen, vielleicht bekomme ich ja die Erlaubnis, nach Hoth zu reisen. Ich muss wirklich bald irgendwas tun, ich habe den Eindruck, dass ich… Ich weiß auch nicht, dass ich sowas wie ein randvoll gefülltes Gefäß bin, das zu bersten droht, wenn es noch weiter gefüllt wird.

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