Schulzeit eines Sith

Maelor hasste diesen verfluchten Planeten. Der Sand war überall. In der Kleidung in der verdammten Vibroklinge – überall. Ihm war völlig klar, weshalb die meisten Reinblüter irgendwie ständig absolut schlecht gelaunt wirkten. Wer eine solche Heimatwelt hatte, musste wohl werden wie ein Reinblüter. Wütend warf er seine Übungsklinge auf das Bett und strich sich durch das Haar um den feinen, roten Sand loszuwerden. Seufzend sah Maelor auf den Boden. Na großartig, Herrit, diese falsche Schlange, würde dafür sorgen, dass der Aufseher davon erführe und er war sich sicher, dass das nicht das einzige Geschenk war, das Herrit ihm machen würde.

Zum Handeln war es zu spät, denn Maelor hörte bereits den Aufseher, offenbar im Gepräch mit einem der anderen Aufseher. Verflucht. Es war also eine der gefürchteten unangemeldeten Inspektionen. Maelor nahm die Vibroklinge an sich und stellte sich vor seinem Bett auf. Herrit stand an der gegenüberliegenden Wand und warf ihm eine Kusshand zu, bevor diese Geste umgewandelt wurde und sie zwei Finger über ihren Hals zog und ein Röcheln andeutete, während sie Maelor aus kalten Augen anblickte. Sekunden später war sie verstummt und richtete ihren Blick auf den Aufseher, der inmitten des Raumes zum Stehen gekommen war.

„Du!“, fauchte er Maelor an.“Öffne deinen Spind!“ Der Akolyth gehorchte und öffnete den Spind. Ein Seufzen konnte er nicht verhindern und er wusste, jetzt würde Herrit in seinem Rücken siegessicher grinsen. Der Aufseher stieß in grob beiseite und griff nach dem Datenpad. Aufseher Haleths Datenpad. Maelor schluckte schwer, diesmal wollte Herrit es offenbar wissen und es war Maelor ein Rätsel, wie es ihr gelungen war, an das Pad zu kommen. Viel Zeit darüber nachzudenken hatte er nicht, denn der Schlag in die Magengrube kam mit voller Wucht. „Du Abschaum von einem Sklaven! Dafür wirst du büßen!“

Maelor stieß ächzend die Luft auf und stellte sich wieder auf. Nur keine Schwäche zeigen. Er würde diesem Widerling, der eins und eins nicht zusammenzählen konnte, schon zeigen, dass er nicht kleinzukriegen war. „Ja, mein Lord“, presste er mühsam hervor und richtete sich auf den nächsten Schlag ein. Der Schmerz ließ Maelor aufschreien und auf die Knie sacken, noch Sekunden später spürte er das Kribbeln, das dem Schmerz folgte und ein taubes Gefühl zurückließ. Benommen stütze Maelor sich mit beiden Händen ab, um wieder auf die Beine zu kommen. Wieder war er zu langsam, den Haleth riss ihm am Kragen nach oben und hielt Maelor den Elektro-Jabber vor das Gesicht.

„Ein Sklave versteht nur eine Sprache!“, bellte der Aufseher und aktivierte das Gerät ein zweites Mal. Die Welt um Maelor explodierte in einer roten Kaskade aus Schmerz. Dieser Bastard hatte die Einstellung noch erhöht und Maelor verkrampfte auf dem Boden, verzweifelt darum bemüht, sich nicht hier und jetzt zu übergeben. Er blickte auf und wollte sich am Bettpfosten wieder nach oben ziehen, als er herumgerissen wurde und direkt Herrit sehen konnte, die ruhig vor ihrem Bett stand, als ginge sie all das nichts an. Er wehrte sich nach Kräften, als sie ihm die Hände auf den Rücken fixierten erntete aber lediglich ein missmutiges Knurren des Aufsehers. „Zehn Schläge!“, knurrte der Mann und stieß Maelor vor sich her.

Der junge Akolyth verzog das Gesicht und presste die Kiefer zusammen. Er würde garantiert niemanden die Genugtuung geben, das auch nur zu kommentieren, oder gar zu erklären, dass nur ein Vollidiot mit dem Hirn einer Womp-Ratte auf die Idee kommen würde, seine Diebesbeute offen in einen Akolytenspind zu legen. Allerdings würde er bei der nächsten Übung mit der Vibroklinge Herrit das Geschenk erwiedern. Schlag um Schlag…

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