Verhör von Dychan, Log des Gesprächs

Coruscant, Hochsicherheitsgefängnis XCZ-768
Die Zelle des Gefangenen TSP-124 scheint unverändert. Die Kampfdroiden sind wachsam wie eh und je. Die Mediziner haben den Raum wieder verlassen. Zurück bleibt der junge Sith, sein Schmerz ist nunmehr ein dumpfes Pochen, lauert gleichsam im Hintergrund. Die orangenen Augen Dychans fixieren wie immer die Kampfdroiden, beinahe als wolle er sie alleine durch seinen Blick zerstören. Unruhig geht der junge, dunkelhaarige Sith auf und ab, irgendetwas scheint ihr zu verwirren, nach irgendetwas scheint er auf der Suche. Es dauert einen Augenblick, dann öffnet sich das Schott. Das Energiefeld, das den Sith umgibt, bleibt unverändert und so kann er durch das schimmernde Rot einen Jedi ausmachen. In der schlichten Tracht seines Ordens bekleidet tritt der ältere Mann vor das Energiefeld und betrachtet ruhig sein Gegenüber.

Kaum tritt der Jedi ein spannt sich der offensichtlich trainierte Körper des jungen Sith an, er ballt die Fäuste und doch scheint irgendetwas zu fehlen, der Schmerz der ihn die letzten Tage soviel Kraft gab, ist nur noch ein unbedeutendes, leises Pochen. Nichtsdestotrotz dürfte der Jedi immernoch ein ungesundes Maß Zorn in diesem Sith erahnen…und Frustration.

Mit sonorer Stimme beginnt der Jedi zu sprechen. Jede einzelne seiner Gesten, sogar die Stimme, scheint dabei von tiefer Ruhe geprägt zu sein: „Wie geht es Euch heute?“

Dychan fletscht regelrecht die Zähne in Richtung des Jedi, antwortet mehr geknurrt als gesprochen: „Tretet ein und findet es heraus!“, kurz wankt er etwas, was wohl dem Medikamenteneinfluss zu verdanken ist. Der Jedi nickt sachte, während er ruhig den Sith betrachtet. Dann geht er in einer gemessenen Geste auf die Knie und nimmt eine Haltung ein, die an eine Meditationshaltung erinnert. Er scheint darauf zu achten, dass seine gesamte Präsenz eine tiefe und ausgeglichene Ruhe ausstrahlt. Zumindest zeigt er sonst keine erkennbare Reaktion auf das ‚Angebot‘ des Sith.

Nachdem er wieder einigermaßen festen Stand hat, lacht Dychan kurz auf. Wie ein Löwe auf der Lauer geht er auf und ab in seinem Gefängnis: „Was nun, Jedi“, spuckt die Worte regelrecht aus, „wollt ihr mich bekehren, meinen Geist brechen?“
„Nein“, antwortet der ältere Jedi mit der ihm eigenen Ruhe. „Ich bin hier um etwas über Euch zu erfahren, vielleicht auch, um Euch etwas über Euch zu lehren.“

Der junge Sith macht einen wankenden Ausfallschritt nach vorne, schlägt mit der Faust gegen die Energiewand, wird durchgeschüttelt und fällt keinen Augenblick später nach hinten. Nach kurzer Selbstfindungsphase knurrt er dem Jedi entgegen: „Was willst du mich über mich lehren…Jedi Dreck!“

Teriso zeigt kaum eine Reaktion auf den Ausbruch Dychans. Er bleibt ruhig vor der Zelle knien, die Hände ruhen scheinbar locker auf seinen Oberschenkeln. Ganz im Gegensatz dazu stehen die Kampfdroiden, die augenblicklich ihre Systeme hochfahren und die Waffen auf den Sith richten. „Zorn, junger Sith, bedeutet derzeit eine unerträgliche Ohnmacht für Euch. Euer Meister erkennt bisher nur Euer Versagen“, antwortet der Jedi wieder mit sonorer Stimme. „Ich weiß, was Euch bisher Kraft gab und ich kenne Euer Blut“

„Was wisst Ihr von meinem Meister, Jedi?“, fragte der Sith. „Was wisst Ihr schon über die grenzenlose Möglichkeit, sich dem Zorn hinzugeben?“, seine Miene bleibt finster, als er den Jedi fixiert, „um ein Haar hätte ich eine eurer Ordens genommen, Jedi…Nichts hatte sie mir entgegenzusetzen!“, knurrt er schließlich.

Der ältere Jedi lächelt sacht, die Geste mutet beinahe väterlich an: „Ihr habt sie indes nicht genommen, ihr habt also versagt. Ich nehme an, ihr stimmt mir zu, wenn ich davon ausgehe, dass Lord Labrass wenig Verständnis für Sätze wie ‚um ein Haar hätte ich‘ hat.“, kurz hält der Teriso inne, dann fährt er fort. „Lord Labrass ist kein Freund unvollendeter Taten und er weiß ebenso, wann entfesselter Zorn seinen Nutzen hat, junger Sith. Euer Zorn richtet sich derzeit recht erfolglos gegen ein Energiefeld.“

Dychan schnaubt verächtlich, richtet sich wieder auf so gut es geht und geht weiter auf und ab. „Das wären nicht die ersten Fesseln die sprenge!“, klingt er nun durchaus etwas arroganter. Teriso nickt, wieder geht diese tiefe Ruhe von ihm aus. „Wie geht es Euch heute, Schüler Dychan? Könnt ihr Euren Zorn finden, ihn Euch zunutze machen?“

Der Sith spuckt auf den Boden: „Ihr…wisst mit Sicherheit ganz genau wie es mir geht. Spart Euch eure scheinheiligen Worte. Was wollt Ihr von mir?“. Er verengt die Augen und sieht so zu Teriso. Der Jedi nimmt auch diese Geste mit aller Ruhe zur Kenntnis. Seine gesamte Präsenz scheint gleichsam einen Pol der Ruhe darzustellen, geradezu das Gegenteil von Zorn, als könne er all das absorbieren und nichts als reine Ruhe zurücklassen: „Ich bin hier um etwas über Euch zu erfahren, vielleicht auch, um Euch etwas über Euch zu lehren.“

„Das sagtet ihr bereits…Sprecht endlich oder soll das eine Art Folter darstellen?“. Dychan versucht sich abermals wackelig auf den Beinen zu halten, Frustration und Trotz sind wohl die Emotionen die der Jedi in vollem Maße erfühlen könnte.

„Ihr wisst, dass ihr krank seid, junger Sith. Ihr werdet sterben, ohne etwas tun zu können. Es wird keinen Kampf geben, ihr werdet keinerlei Ketten zerbrechen, wenn Euch kein Heilmittel zukommt“. Aufmerksam betrachtet Teriso sein Gegenüber. Im Gegensatz zum wilden Blick des Sith wirkt der seine friedvoll, die grünen Augen blicken ruhig zu Dychan.

Der Sith lacht laut auf: „Ist das so? Und wie es einen Kampf geben wird, Jedi…Da euch meine Situation wohl bewusst ist, werdet ihr wissen das der Kampf bereits bekonnen hat.“ Er verzieht die Lippen und einer Art lächeln…könnte aber auch nur ein erneutes Zähnefletschen sein.
Der Jedi hält den Blick auf Dychan gerichtet und antwortet wieder enervierend ruhig: „Geht in Euch, Schüler Dychan, und erwägt wie sehr ihr in diesen Kampf derzeit eingreifen könnt. Euer Ende wird unweigerlich kommen, es stellt sich nur die Frage, ob Ihr dies ändern könnt und ob ihr das um Euretwillen, den Willen Eures Herrn und Meisters oder dem Eures Vaters tut.“ Mit gemessener Geste erhebt sich Teriso und bleibt vorerst stehen.

„Was wollt Ihr von meinem Vater wissen, Jedi?“,knurrt er diesen an. „und wenn ihr mich töten wollt Jedi, dann tut es…und redet nicht um den heißen Brei!“ Der Sith stampft kurz, kraftvoll mit dem rechten Bein auf. Herausfordernd winkt er den Jedi heran.

Teriso bleibt an Ort und Stelle stehen, er antwortet in der ihm eigenen Ruhe, während er seine Arme ineinander verschränkt und so in den Ärmeln seiner Robe verbirgt. „Euer Blut, Schüler Dychan, und der Erreger darin werden Euch töten. Ihr werdet Euren Zorn spüren und ihn nicht nutzen können.“ Er hält nach diesen Worten inne, als sinne er selbst ihrer Bedeutung nach, oder versuche die Ohnmacht nachzuempfinden, die mit dem Beschriebenen einher ginge. Dann fährt er ruhig fort: „ich kenne den Namen Eures Vaters und ich hatte Gelegenheit mit ihm zu sprechen.“

„Mein Blut macht mich stark…nichts was ein Jedi je verstehen könnte!“, dann hält der Sith kurz inne, abermals zerren die Medikamente an seinem Stand. „Warum sollte ich euch glauben? Ihr wollt mich brechen, nicht wahr? Aus welchem Grund, glaubt ihr tatsächlich, Ihr könntet mich auf den euren…schwachen Weg führen?“ Zornesfalten zieren Dychans Gesicht.

„Euer Blut wird Euch für eine Weile stark machen“, antwortet der Jedi ruhig. „Schließlich wird sich Euer Zorn gegen alles richten, auch gegen Euch selbst – vor allem gegen Euch selbst. Ihr werdet Euch in Ermangelung eines Feindes selbst szertören, ohne je etwas erwirkt zu haben, das Euch in den Augen Eures Meisters zu mehr als einen Vollstrecker seines Willens macht.“ Erneut lächelt Teriso verständig und spricht dann weiter, als erkläre er einem Padawan die Wege der Macht:“Ihr müsst mir nicht glauben, Schüler Dychan. Ihr werdet Eurem Körper glauben. Die derzeitige Medikation dämpft die Auswirkungen, sie wird sie indes nicht aufhalten. Benötigt ihr den Beweis für meine Worte, junger Sith, könnt ihr Euren Instinkten nicht mehr trauen?“

Dychan verengt die Augen, zieht die Brauen zusammen. „Was soll ich meinem Körper glauben? Ich spüre sehr wohl das ihr mich getrennt haltet von meiner Stärke, ihr habt Angst….nicht wahr? Und die Worte über meinen Vater? Worauf wollt ihr hinaus?“ Abermals verlässt ein tiefes knurren seine Kehle.

Wieder antwortet der Jedi in aller Ruhe: „Angst, junger Sith, ist ein mächtiger Katalysator, doch nicht für meinen Orden. Ich sagte, dass ich Euch veilleicht etwas über euch lehren könnte, Dychan. Der Name Eures Vaters ist Lord Labrass.“ Noch immer zeigt Teriso kaum eine Reaktion, jedes seiner Worte wirkt gemessen und von einer tiefen Ruhe oder Erkenntnis durchdrungen.

„Ihr…Was?!?“ Der junge Sith bäumt sich wider aller Medikamentierung auf, erneut schnellt seine Faust gegen das Energiefeld und wiedererwarten scheint Dychan nun tatsächlich „Angst“ als Katalysator zu verwenden. Schnell jedoch werden diese Bemügungen von den Machtunterbindenden Maßnahmen unterbrochen.

Teriso hebt kurz die Hand, sofort erstarren die beiden Kampfdroiden, die sich eben anschickten, dem Sith zu Leibe zu rücken. Sobald Dychan wieder bei Sinnen ist spricht er wieder mit ruhiger, fast väterlicher Stimme: „Dies, junger Sith ist eine Wahrheit, der ihr Euch mit keiner Kraft entziehen könnt. Ihr seid der Sohn von Lord Labrass.“

„Das….ist unmöglich“ grollt es kehlig aus Dychan hervor. „Was soll das für ein Spiel sein, das ihr treibt…Jedidreck???“ Er wankt etwas nach hinten, schafft es aber dennoch auf den Beinen zu bleiben.

Der ältere Jedi schüttelt sacht den Kopf. Vielleicht kann der Sith spüren, dass er seine Präsenz gleichsam öffnet, so erreichen will, dass sein Gegegnüber sich der Wahrheit der Worte verichern kann. „Ich sagte eingangs, dass ich Euch vielleicht etwas über Euch lehren kann, Schüler Dychan. Ich lasse Euch das Ergebnis der Blutproben zeigen, wenn Ihr Euren Instinkten nicht vertrauen könnt.“

„Ihr habt mit Ihm gesprochen?“ spürbar kämpfen in Dychans Gefühlswelt im Moment Angst, Wut und eine unbändige Welle der Verwirrung gegeneinander.

„Ja, das habe ich“

„Wusste er davon?“

Die Antwort des Jedi wirkt wieder väterlich, wenn auch wie immer ruhig: „Würdet ihr sagen, dass Lord Labrass – Euer Vater- solche Aspekte unbeachtet ließe?“ Ganz offensichtlich gewinnt wieder der Zorn im jungen Sith die Oberhand, er schüttelt trotzig den Kopf: „Mit Sicherheit nicht….sollten eure Worte tatsächlich der Wahrheit entsprechen… dreckiger Jedi-Abschaum!“ Dychan tritt an die Energie Barriere und berührt diese kurz mit der Fingerspitze.

Teriso beobachtet das ganze in aller Ruhe, dann schickt er sich an, sich abzuwenden. „Ich werde Eurem Vater berichten, wie ihr die Nachricht aufgenommen hat. Ich habe die Beobachtung gemacht, dass er eine Situation genau betrachtet, bevor er sein Urteil fällt.“

Dychan blinzelt kurz, öffnet den Mund um etwas zu sagen und doch verlässt kein Wort seine Kehle, allerhöchstens vielleicht ein tiefes Brummen. Frustriert wendet der Sith sich um, kehrt dem gehenden Jedi den Rücken zu und begibt sich in eine andere Ecke seines Gefängnisses. Teriso legt indes seinen Weg bis zum Schott zurück, dort hält er inne und dreht sich nochmals mit gemessener Geste gen Energiezelle. Wieder spricht er ruhig: „Lasst mich wissen, wenn ich Eurem Vater eine andere Nachricht überbringen sollte, Schüler Dychan.“ Der Jedi dreht sich dann um und verlässt den Raum. Zurück bleibt eine Stille, die nur durch das Zischen des Schotts durchbrochen wird, das wieder schwer in seine Verankerung fällt.

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