Verhör von Dychan

Coruscant, Hochsicherheitsgefängnis XCZ-768, Zelle von TSP-124
Die Schmerzen waren bisher alles bestimmend für den jüngeren Sith. Sein Blut schien zu kochen, ihn von innen heraus zu zerfressen und doch konnte er diesen Schmerz nicht nutzen, es gab nichts wogegen er diesen Zorn hätte schleudern können. Ohnmächtig bäumte Dychan sich auf, durchmaß den kleinen Bereich, den das Energiefeld ihm ließ, mit wenigen Schritten und blieb wenige Zentimeter vor der Begrenzung stehen.

Die Kampfdroiden gingen in Stellung als der Sith an die Grenzen des Energiefeldes trat, das ihn umgab. Der junge Sith lenkte einen dunklen Blick auf sie und ballte die Fäuste, fokussierte seinen Zorn auf den einzigen Feind den er ausmachen konnte. Er bäumte sich auf, als das Halsband in seinem Nacken einen starken Impuls aussandte, dann sackte er zusammen. Der Körper des jungen Sith verkrampfte unkontrolliert, das letzte was er wahrnahm, war das Eintreteten einiger Gestalten in Schutzanzügen, dann… Leere, ein Gefühl der Taubheit…

Als Dychan wieder erwachte konnte er noch immer die Begrenzung seiner Zelle spüren, das Energiefeld war unverändert präsent und zwischen den Phasen seines ohnmächtigen Zorns nahm der Sith die Droiden wahr, die ihre Waffensysteme aktiviert hielten und jeder Bewegung des Sith folgten. Neu waren die beiden Personen in Schutzanzügen, die außerhalb des Energiefeldes standen. Einer überwachte einen Monitor, ein weiterer beobachtete den Sith misstrauisch. Dychan gab einen Laut von sich, der aus der Tiefe seiner selbst kam, dann sprang er mit einem Satz unmittelbar an die Begrenzung seiner Zelle.

Die Bewegung wurde jäh unterbrochen, als Dychan von seinen Handfesseln begrenzt wurde: Hals- und Handfesseln waren durch ein flexibles cortisummanteltes Band verbunden worden, sodass der junge Sith seine Hände bestenfalls auf Bauchhöhe senken konnte. Erneut bäumte er sich auf, soweit es seine Fesseln zuließen. Und nun merkte er was fehlte; der Schmerz war nicht mehr das alles Bestimmende. Er war noch da, wie eine dumpfe Mahnung, aber bei weitem nicht mehr ein Ansporn. Fast fühlte es sich an, als hätte man ihn eines Sinnes beraubt.

Das besorgte Zurückweichen der beiden Wachen nahm der Sith nicht mehr wahr, er spürte etwas anderes, eine Leere vielleicht oder vielmehr: die Abwesenheit von Schmerz, Leidenschaft, Zorn, Hass. Er spürte die Abwesenheit all dessen, was ihm bisher zeigte, dass er lebte und dass es einen Sieg geben würde. Irgendwo am Rande seiner Wahrnehmung erahnte er eine Präsenz, die das Gegenteil verhieß. Dychan wünschte sich den alles beherrschenden Schmerz zurück…

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