Haben oder nicht haben

Heute habe ich einem Schüler sein Handy abgenommen. Passiert öfter mal, da die lieben Kleinen im Unterricht dann doch ab und dann damit spielen. Ich staunte nicht schlecht. Ich hatte dem Knaben gerade ein Handy abgenommen, für das man sowas um die 600 Euro hinlegen muss. 

Frage an den Schüler: „Woher hast Du ein solches Handy?“
Der Schüler zuckte mit den Schultern: “ Ist nur ein iPhone 5, nicht 5s. Hat mein Vater mir geschenkt, mein Bruder hat auch eins.“ Ich muss ziemlich erstaunt dreingeblickt haben, denn der Schüler fügte hilfreich an: „Ist doch kein Problem Frau B., sie haben doch auch ein iPad.“
„Ja, ich habe ein iPad, aber das habe ich mir leisten können, weil ich eine ziemlich gut bezahlte Voillzeitarbeit habe, mein Gehalt dürfte weit jenseits Deines Taschengeldes liegen.“
„Stimmt Frau B“, grinste mich der Junge an, „aber das hat ja auch mein Vater bezahlt.“  Touché.

Nur so am Rande: Der Junge, dem ich das Handy abnahm, ist gerade 12 Jahre alt geworden. Ich glaube mit 12 fand ich es das größte, das alte Fahrrad meiner Schwester zu bekommen. Ich bin alt geworden!

Notiz an mich: Beim nächsten Elternabend mal fragen, ob es auch Eltern gibt, deren Jahresgehalt unter 250.000 EUR liegt.

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