Birgit gegen Aquarellstifte

Das Motiv ist bereits mein zweiter Anlauf. Im ersten Durchgang versuchte ich mich an Polychromos-Buntstiften und bin kläglich  gescheitert. Die Kolorierung sah exakt so aus, wie ich meine Zeichnungen der Grundschule in Erinnerung habe: wer einen Buntstift „Hautfarbe“ hatte (der irgendwie doch immer nur rosa war), war zwar der Held, aber die Bilder sahen trotzdem … sehr bunt aus. Ich versuchte mich also an Aquarellbuntstiften und hasse nun ganz offiziell etwa 20 Braun- und Grautöne.

Im ersten Schritt habe ich versucht, die Vorlage halbwegs korrekt (insbesondere, was die Proportionen betrifft) zu Papier zu bringen. Ursprünglich wollte ich mit einem Raster arbeiten, habe dann aber festgestellt, dass sich für mich manche Sachen leichter einarbeiten lassen, wenn ich das Raster nur als grobe Orientierung nehme.

Vorzeichnung

Ich dachte, das könnte leicht werden. Sind ja nur ein paar Leute im Hintergrund, die ich kolorieren muss. Ja, sehr naiv gedacht. Ganz abgesehen davon, dass ich direkt im ersten Arbeitsschritt erstmal Cola über die obere linke Bildecke verschüttet habe (was dem Papier – wer hätte es gedacht – nicht eben gut tat), musste ich lernen, dass gerade die Gestaltung des Hintergrundes eine echte Geduldsprobe sein kann.

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Braun, dunkleres Braun und ein wenig Grau, vielleicht auch helleres Grau… und natürlich Braungrau. Ich hatte echt nicht geahnt, wie sehr man sich darauf freuen kann, endlich den roten Stift zu verwenden. 

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Eine andere Farbe; und mein Grundschultrauma: werde ich etwas kolorieren können, ohne Jochen darum bitten zu müssen, seinen Hautfarbe-Buntstift zu bekommen? Ich habe zumindest gelernt, dass Haut aus wirklich verdammt vielen Farben besteht. Kontraste und dergleichen hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht wirklich eingearbeitet.

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Details einarbeiten. Mir war nicht klar, wie ich es schaffen kann, die Struktur des Kettenhemdes umzusetzen. Am Ende war die Lösung sehr banal: ich zeichne es einfach mit dem Aquarellstift vor und werde später nur teilweise mit Hilfe von Wasser die Struktur auflösen.

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Eine meiner größten Schwierigkeiten: ich musste zusehen, dass ich nach Möglichkeit von links nach rechts arbeite, damit ich  die Buntstiftkolorierung nicht verwische. Ich vermute, das ist für Viele keine echte Erkenntnis, da ich aber sonst digital gearbeitet habe, war das für mich… nun ja, eine Erfahrung. Papier mag geduldig sein, es weiß aber auch, wer so doof war, seine eigene Zeichnung quer über das Blatt zu wischen 😉

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Der letzte Stand der Dinge. Ich habe vor allem versucht, Schatten und Licht genauer auszuarbeiten und dem Hintergrund seinen Zweck zu geben – nämlich Hintergrund zu sein, sodass der Zenturio im Mittelpunkt des Bildes steht, während der Hintergrund eine gewisse Tiefenunschärfe erhält. Ich bin nur bedingt zufrieden damit. Ich hoffe bei künftigen Bildern sehen meine Figuren nicht mehr so aus, als wären sie mit Schere reinmontiert worden.

Vorenus

Ingesamt so? Ich bin zufrieden. Nicht unbedingt wegen des Ergebnisses, sondern der Tatsache wegen, dass ich das bis zum Ende  durchhielt. Ich begann Anfang Oktober mit dem Bild und vermute, dass ich so um die 30 Stunden darauf verwandt habe.

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