Erste Eindrücke

Seit wenigen Tagen diene ich bei der Stadtwache, langsam lerne ich die Stadt und ihre Wache kennen. Insgesamt scheint es als erstrebenswert zu gelten, der Garde beizutreten; ich habe bereits mehrere Rekruten unter Eid genommen, es scheint, das weitere Interessenten gibt. In Anbetracht des Solds, den wir zahlen können, ist das Interesse an der Wache erstaunlich hoch. Wer allerdings Interesse an der Wache zeigt ist noch einmal ein ganz eigenes Thema.

Meine Befehle lauten, ein Regiment der Stadtwache aufzubauen, ich kann mir inzwischen sehr gut vorstellen, warum damit nicht Hauptmann Arensin betraut worden ist. Ich habe den Eindruck, der Mann steht vor allem in der Nähe des Schlosses in seiner besten Gardeuniform, um von den Rittern der Drachengarde bemerkt zu werden. Irgendwann werde ich dem Mann verraten, dass es dafür mehr braucht, als einen rostfreien Harnisch.

Als ich hier herkam, war das Regiment extrem ausgedünnt. Ich habe noch nicht alle Akten durch, aber es scheint in der Vergangenheit Fälle von Korruption gegeben zu haben. Es versteht sich von selbst, dass die betreffenden Mitglieder der Stadtwache zu keiner Zeit mehr Zugang zur Wache haben werden. Sollte die Aktenlage keine Verurteilung zulassen, lässt sich zumindest arrangieren, dass einige Freiwillige darum bitten werden, möglichst in die vorderste Frontlinie der umkämpften Gebiete versetzt zu werden.

Von den Altgedienten kenne ich bisher Leutnant Pierre Levesque, Gardist Abib at-Bergama und Gardist Mathis Possion; sie zeigen recht gut, was ich hier zu erwarten habe. Levesque hat sich im Laufe der Zeit einen erfrischenden Kasernenton zugelegt, den er der Gewohnheit wegen offenbar auch benutzt, wenn er mit seinen Untergebenen im selben Raum ist. In Anbetracht einiger neuer Rekruten werde ich seinen unerschütterlichen Glauben an die Formel „je lauter gebrüllt, desto leichter verständlich für die Soldaten“ noch brauchen können.

Gardist Mathis Possion hat sich, wie es scheint, im Laufe der Jahre ganz gut eingerichtet. Er versieht seinen Dienst verlässlich und mit einer gewissen Gelassenheit; noch kenne ich die Bewohner Dolchsturz‘ nicht gut genug, es kann aber nie schaden, wenn ein Wächter besonnen vorgeht und sich anhört, was die Leute zu sagen haben, bevor er ein Schwert zieht. Ich bin mit ihm eine Runde gelaufen. Offenbar pflegte der letzte Kommandant eine Art freundschaftliches Verhältnis mit seinen Leuten; habe Possion darauf verwiesen, dass er davon absehen sollte, mich hinsichtlich der Auswahl der Geschenke für Damen oder auch der Auswahl der Damen wegen zu beraten.

Abib at-Bergama ist ein ganz eigener Fall. Der Mann ist still, erfüllt seine Aufgaben augenscheinlich korrekt und umfassend. Es wird sich zeigen, ob das so bleibt. Er empfahl mir seine Schwester Tziara an. Ich muss die Reihen der Wache füllen, also nahm ich sie. Ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob das zum Nutzen der Wache sein wird. Tziara scheint der Meinung zu sein, dass militärische Grundsätze für sie keine Gültigkeit haben. Ich werde mir das noch wenige Wochen ansehen und dann entscheiden. Vorerst kann man immerhin zu ihren Gunsten sagen, dass sie keinen größeren Schaden anrichtet und ihr Affe kann hervorragend salutieren. Immerhin: inzwischen gelingt es ihr, eine Meldung zu machen und erst dann die Augen zu verdrehen, wenn ich ihr den Rücken zugewandt habe.

Zwei Nord sind ebenfalls in unseren Reihen. Zum einen wäre da Randall Blackwell. Der Mann überragt mich gut um einen Kopf. Sollten wir je ein Gebäude stürmen müssen, ist er meine erste Wahl. auf den ersten Eindruck scheint er sein Handwerk zu verstehen; er hält sich an die Regeln und ist nach Dienstschluss nicht sturzbesoffen im Rinngraben zu finden. Ich ziehe in Betracht, ihn in zwei Wochen auf vollen Sold eines Gardisten zu setzen, Lévesque soll sich den Mann noch mal ansehen (ich nehme an, er wird die Entfernung zu Blackwells Ohr einfach durch lauteres Brüllen kompensieren).

Der zweite Nord in unseren Reihen ist zweifellos ein Rechtsgelehrter. Er fällt seine Urteile auf Basis seiner persönlichen Empfindungen, was erstmal kein Problem wäre, wenn er nicht dazu neigen würde, seine Argumentation mit seinem Zweihandhammer vorzutragen; vorzugsweise, indem er sie seinem Gegenüber in den Schädel hämmert. Auf der anderen Seite dürfte er einer der wenigen Gardisten sein, die einen Bericht im Zweifel auch im Cyrodiilschen Jambus verfassen könnten.

Dann wäre da noch Rekrut Nathaniel Raycraft. Als ich ihn das erste Mal traf, stand er im Rosenlöwen und beobachtete Leute. Ich glaube er hält das Wirken der Acht für eine Art Experiment, das geschaffen wurde, um ihn ein wenig von seiner Langeweile abzulenken. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb er der Wache beitrat. Er warnte mich davor, dass er Schiwriregkeiten habe, was soziale Fähigkeiten anginge. Ich habe das geprüft: der Mann kann salutieren, Haltung annehmen und erkennt einen Vorgesetzten. Es scheint, dass er in der Lage ist, Tränke für jede Lebenslage (und vermutlich auch für jede Todeslage) zu brauen, man ihm aber genau erklären muss, was er tun muss, damit sein Gegenüber nicht instinktiv die gerade Faust in seinen Kiefer zu rammen. Ich muss sehen, wie er sich mit einer Waffe anstellt. Wenn er sich dabei nicht schwer verletzt, ziehe ich in Betracht, seine Freude am Beobachten und analysieren zu nutzen. Er ist weniger der Typ, den ich die Tür einrammen lasse, sondern eher der Typ Gardist, der mehr beizutragen hat als ein „Herr, er ist vielleicht tot“, wenn er einen erdolchten Mann am Boden liegen sieht.

Das wäre auf der Haben-Seite. Die andere Seite ist Untersekretär Edworde Debeuff. Dieser Mann muss eine Prüfung der Acht sein, er ist offenbar für die Etatzuweisungen für die Wache zuständig, schafft es aber, in einem Badehaus seine Kleidung zu verlegen und durch die halbe Stadt zu laufen um zu beklagen, dass die Stadtwache noch niemanden an den Pranger gestellt hat, um das zu ahnden. Ganz nebenbei hat die Stadtwache keinen Pranger (warum auch immer, werde versuchen das zu beantragen). Ich muss einen Weg finden, den Mann davon zu überzeugen, das man Sold vor allem mit Münzen auszahlt.

PS.: Es gibt einen Barden in der Taverne, der stets dieselben Lieder singt. Ich weiß nicht, ob der Mann je schläft. Ich verspreche ihm aber, die Verschmelzung ist verdammt nahe! Seine Platz ist nahe am Feuer, irgendwann fällt die Laute da rein.

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