Schminktipps

Ich wurde an anderer Stelle gefragt, wie ich es schaffe, mit Bunstift real wirkende Farben und Verläufe zu erzeugen. Ich benötige inzwischen so etwa sieben bis zehn Farbnuancen, um Tiefe und Farbe darzustellen. Im folgenden also der Versuch, mein Vorgehen zu erklären. Die verwendeten Stifte sind Polychromos von Faber-Castell, Farbtabelle und Namen der Farben entsprechen also der Faber-Castell-Liste.

 

weiß, elfenbein
Diese beiden Töne nehme ich, um die hellen Stellen darzustellen. Ich muss vorher wissen, wo die ungefähr sein sollen, weil ich nicht etwa den Hautton aufhelle, sondern direkt das Weiß (in der Regel Elfenbein) auftrage. Weiß verwende ich, um einzelne Punkte nochmal heller abzuheben, ober um Farbschichten zu vermischen. Man sieht das an der Stirn vom Betrachter aus rechts ganz gut. Damit die Verläufe schön sanft sind, mache ich die helle Fläche einen Tick größer als gewollt und zeichne dann mit dem Grundton der Haut sanft über die Ränder, um die Farbabstufungen zu bekommen.

fleischfarbe hell, zimtbraun, venizianisch rot
Das wird er eigentliche Hautton. Ich wollte ihm eine helle Haut geben, deshalb wird Fleischfarbe hell sozusagen als Grundierung verwendet. Wo ich Hautfalten andeuten will, arbeite ich vorerst mit Zimtbraun. Mit der helleren Farbe vermische ich beide Farben so, dass der Übergang möglichst nahtlos wird. An der Stirn gibt es eine Falte, wo man das sehen kann. An der vBa rechten Wange unter dem Auge ist es ebenfalls zu finden. An einigen Stellen bereite ich mit dem Venizianischrot den Übergang zu harten Schatten oder dunklen Haaren, also fast schwarzen Stellen vor, wie z.B. vBa linker Kiefer am Bartansatz.

umbra gebrannt, braunocker, siena gebrannt
Diese Töne verwende ich, um Farbnuancen herzustellen. An einigen Stellen erschien mir die Grundfarbe (also mein Fleischfarbe hell) zu rosa. Ich gehe dann vorsichtig z.B. mit Braunocker darüber, um den Teint anders zu färben.

Siena gebrannt verwende ich, um Lachfalten und dergleichen auzuarbeiten. Am Ansatz zur Nase habe ich so z.B. die gerunzelte Stirn dargestellt und sie später mit Umbra nachgedunkelt.

Umbra gebrannt ist meine Allzweckwaffe. Ich verwende es, um mehr Tiefe zu erzeugen, indem ich etwa vorher sienagefärbte Stellen nachdunkle, oder sehr sanft ganze Partien nachdunkle, um Schatten darzustellen. Das Auge vBa rechts hat einen Schattenwurf, den ich zuerst mit Venizianischrot sozusagen skizziert habe, dann mit Siena ausgeführt habe und schließlich mit Umbra nachgedunkelt habe.

schwarz
Im Grunde taucht das bei der Hautfarbe selbst nicht auf. Nur Partien, die gänzlich im Dunkel liegen dunkle ich mit Schwarz nach. Dabei liegt Schwarz nie „Kante an Kante“ mit einem hellen Ton, sondern es gibt eine Abstufung von Schwarz über Brauntöne zu Rottönen und schließlich der Grundhautfarbe. So einen Verlauf kann man von den im Schatten liegenden Haaren vBa links zur auch im Schatten liegenden Wange sehen.

tl;dr

– Einen Grundton finden (Fleischfarbe hell)
– zwei Nuancen, um den abzudunkeln (Zimtbraun, Venizianischrot)
– helle Farbe (Elfenbein) für Lichtreflexe
– klares weiß, um die zu verdeutlichen (Weiß)
– Brauntöne (Siena, Braunocker) für Schattierungen und Abänderungen der Hautfarbe
– dunkle Brauntöne (Umbra gebrannt) für Details wie Falten
– schwarz Für Verläufe von sehr dunkel nach sehr hell

Technik
– helle Stellen zuvor defninieren
– Grundfarbe auftragen
– dunklere Nuance für die Struktur des Gesichts
– Brauntöne für Falten und Details
– Verläufe durch ‚Übereinanderlegen‘ der Farben erzeugen.

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