Herr Pflaume

Der Beitrag „Sumi-e-Papier von Hahnemühle“ auf online-zeichenkurs.de brachte mich dazu, mich durch Videos und Beschreibungen zu dieser Maltechnik zu klicken. Wichtigste Erkenntnis:

Bambus, wilde Orchidee, Chrysanthemen und Pflaumenzweige werden in China und Japan als die „4 edlen Herren“ bezeichnet. Jedes Motiv lehrt uns einen neuen Pinselstrich. Von den frühen chinesischen Tuschmalern wird erzählt, dass sie in diesen 4 Motiven alle Formen des Universums wieder fänden. Jede dieser Pflanzen hat auch eine tiefe philosophische Bedeutung.

Rita Böhm (Abruf am 14.3.16)

Ich dachte, ich spare mir das Anschaffen der Materialien und versuche mein Glück mit digitalen Möglichkeiten:

Der Versuch, sumi-e mit digitalen Möglichkeiten umzusetzen.

ich habe mich leider an keine der Regeln gehalten, die der Erstellung der Bilder zugrunde liegen. In der Zeichnung finden sich die digitalen Äquivalente zu Bleistift, Aquarellfarbe und Tinte. Ich habe auch nicht wirklich die Striche in einen Schwung gesetzt. Ganz abgesehen davon, dass die Haptik hier noch einmal etwas ganz besonderes darstellen dürfte; so war das eindeutig nicht erfüllend. 🙂

Papier, Stein und keine Schere.Ich war schlichtweg zu neugierig und habe mich im hiesigen Fachhandel ausstatten können: Pinsel, Reibetusche, Tuschestein, sumi-e-Papier; nichts davon hatte ich vorher auch nur ansatzweise getestet (in einigen Fällen wusste ich nicht einmal, dass es solche Dinge gibt). Aber allein die Tatsache, dass man die flüssige Tusche selber ‚herstellen‘ muss, hat mich gereizt.

Der Versuch war spannend. Das Mischen der Tusche grenzt an Meditation, man braucht dafür tatsächlich Geduld; ich habe etwa 10 bis 15 Minuten gebraucht, bis ich die richtige Konsistenz für die Tusche gefunden hatte. Das Ergebnis ist… auch interessant. Ich hätte vorher mal recherchieren sollen, wie so eine Pflaumenblüte eigentlich aussieht. Ich habe zudem schon wieder nicht nach den Regeln gearbeitet: das Papier ist wirklich fantastisch, sodass ich unbedingt mal ausprobieren wollte, was Aquarellfarben darauf können. Wenn ich das richtig verstehe, sollte man normalerweise nur mit der Tusche arbeiten und eine Balance zwischen Farbe und bewusst leer gelassener Flächen schaffen und zudem mit wenigen Strichen die wesentlichen Elemente des Motivs erfassen.

Erster Test mit Material und Technik
sumi-e-_signum Zum extrem professionell gestalteten Signum sollte ich besser nichts sagen. Könnten auch gut kyrillische Zeichen angedeutet worden sein, sollte indes der Versuch sein, meinen Namen in lateinischen Buchstaben zu schreiben und trotzdem irgendwie fernöstlich wirken zu lassen. Hat ja sehr gut geklappt. *hust*

2 Kommentare

  1. Hallo Birgit,

    wow! Da hast du dich aufgrund der Inspiration ja sogar noch mehr dazu verleiten lassen Materialien zu kaufen als ich. 😀

    Ich hoffe, ich sehe dann noch weitere Bilder von dir in dem Stil. Sieht so aus, als hättest du da was für dich entdeckt. 🙂

    Die digitale Variante fand ich übrigens extrem originell und konnte sich in jeden Fall sehen lassen. Aber wie du schon richtig geschrieben hast, die Materialien direkt zu fühlen und zu erleben ist wieder was ganz anderes.

    Gruß Steffi

  2. Hey Steffi,
    oh ja, habe ich. Fühle Dich schuldig! 😀

    Wozu das führt, weiß ich noch nicht, aber die Technik ist allemal spannend. Bestimmt probiere ich mich da noch weiter aus. Zumal ein Bild in deutlich unter 40 Stunden entstehen kann 🙂

    Danke für das Lob in Sachen digitaler Variante; ich selbst stehe dem kritisch gegenüber, es sieht für mich immer so ‚glatt‘ aus, ohne dass ich wirklich beschreiben könnte, woran das liegt.

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