Tuschanfall

Ich konnte die Finger nicht von der Tusche lassen. Das Ergebnis war vor allem eine Feststellung: diese Bilder sehen immer so leicht dahin getuscht aus, sie aber mit wenigen Strichen entstehen zu lassen finde ich echt schwer.  Das fängt schon damit an, dass ich immer keine Lust habe, mich an die Regeln der Bilderstellung zu halten. Das führt allerdings auch dazu, dass das dann eben nicht mehr so perfekt auf das Wesentliche reduziert aussieht.

Zu gut gewollt

sumi-e-vogel_detailDer Vogel in dem Baum ist ein gutes Beispiel: ich hatte ihn zunächst mit schwarzer Tusche vorgezeichnet, da sah er auch noch sehr dynamisch aus. Dann fing ich an, ihn auszumalen und merkte schon beim Arbeiten, dass ich mich total darin verzettle, nun möglichst sinnvoll die Farben zu arrangieren. Meines Erachtens sieht man nun dem armen Tier seine Qual an.

Und auch sonst habe ich mich bei diesem Versuch ziemlich ausgetobt. Ich habe zwar die japanische Tusche verwendet, schon weil das Abmischen einfach Spaß macht, fand es dann aber für farbliche Akzente doch schöner, auf Aquarellfarben zurückzugreifen.

Im zweiten Anlauf habe ich dann versucht, mich etwas mehr in Sachen Farben zurückzuhalten. Außerdem fiel mir das Konzept ein, dass man durch das Leerlassen von Flächen die Umrisse definiert. Sagte sich auch wesentlich einfacher als es in der Umsetzung dann war.

sumi-e-wasser

Kartoffeldruck für Fortgeschrittene

sumi-e-stempelsumi-e-stempel1Der Höhepunkt des Ganzen war vermutlich mein Versuch, die japanische Variante von Kartoffeldruck nachzuahmen. In dem Set, das ich mir bestellt hatte, waren nicht nur Pinsel, Tinte und Reibestein zu finden; es gibt auch einen Speckstein und so etwas wie Siegelpaste. Ich habe keine Ahnung, woraus die besteht. Es scheint, dass roter Farbstoff mit Stoff oder Papierfasern gemischt wurde; diese Paste wird dann auf den Stempel aufgetragen. Leider muss man den Stempel erstmal herstellen… aus Speckstein (den man übrigens ganz hervorragend mit einer Fonduegabel traktieren kann).

 

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.