Weiter zu den Wurzeln

Vor wenigen Stunden sprach ich mit einem Crewman. Eric Harkley gehört zu den Deckhands und kann sogar in der Messe anhand der Maschinengeräusche hören, wenn irgendwas mit dem Schiff nicht stimmt. Zunächst aber kamen wir aus einem gänzlich anderen Grund ins Gespräch. Mr Harkley fragte mich, wie es denn nun weitergehe mit Leuten wie ihn. Es stellte sich heraus, dass der Mann bisher kein Mitglied des Militärs war, sondern für die Wartung des Sanitärbereichs für eine Bar zuständig war. Man hat ihn dann auf der Acheron offenbar zwangsrekrutiert. Ich weiß, dass wir unbedingt Menschen brauchen, um die Schiffe der Flotte zu warten, ich weiß auch, dass es weit einfacher ist, einem Angehörigen des Militärs einen Befehl zu geben, als über Aufträge zu verhandeln. Ich glaube dennoch nicht, dass eine Zwangsrekrutierung der richtige Weg sein kann. Crewman Harkley ist das beste Beispiel dafür. Er fühlt sich von der Situation gänzlich überrumpelt und muss sich nun in einer Welt bewegen, die ihm bisher gänzlich unbekannt war.

Ich fand es vor allem beunruhigend, dass er für sich keinen Sinn mehr darin sieht, irgendetwas zu tun. Er schien abgeschlossen zu haben, mit allem, was die Zukunft vielleicht noch bereithalten könnte. Verbittert fragte er mich, was er denn nun machen solle. Er würde ja bis an das Ende seiner Tage in irgendwelchen Versorgungsschächten herumkriechen. Was kann man tun? Das ist eine Frage, die mich wieder und wieder bewegt und ich kann nur zu gut verstehen, dass Crewman Harkley sie sich auch stellt.

Ich fühlte mich fast in meine Zeiten als Ausbilder zurückversetzt, als ich ihm anhand der vorbeikommenden Soldaten und dem Schaubild zur Kommandokette die einzelnen Posten erklärte. Und ich erinnerte mich an die ersten Besprechungen mit Secretary Garth. Er war seinerzeit ziemlich verwirrt, als ich versuchte ihm zu erklären, dass es neben dem Rang auch Bezeichnungen für die Aufgaben gibt und diese zuweilen auch noch fast wie Ränge klingen. Der arme Crewman war mindestens ebenso verwirrt, wie der Minister. Aber er hat versucht, das Ganze zu verstehen. Im Gegensatz zum Minister ist er allerdings auch darauf angewiesen und das scheint auch dem Crewman klar zu sein. Ich habe Hoffnung, dass Eric Harkley noch nicht gänzlich aufgegeben hat. Er ist, auch wenn er das nicht glauben will, wichtig um unser aller Überleben zu sichern. Ich stelle mir die Frage, ob es noch weitere wie Harkley gibt. Wenn ja, dann wird es sicherlich notwendig werden, sie effektiver ins Militär einzubinden, als ihnen eine Uniform in die Hände zu drücken und den Dienstplan auszuhändigen.

Neue Ziele

Wir sind nun bald auf dem Weg zum Veil of Hades. Wir haben zuvor die zivilen Schiffe der Flotte der Acheron übergeben. Die Iason wird ab jetzt auf sich gestellt sein, wir reisen ohne jede Begleitung.

Der Weg wurde von einer Task Force unter Major Rawhide erschlossen. Neben Aufnahmen von astronomischen Konstellationen wurde auch auf Prophezeiungen und religiöse Schriften zurückgegriffen. Am Ende, so die Hoffnung, stoßen wir vielleicht auf einen bewohnbaren Planeten. Was mich dabei sorgt ist, dass es Cylonen waren, die uns diesen Weg vorschlugen. So wie es solche gibt, die eine Rückkehr zu den Kolonien empfehlen. Was uns dort erwartet wissen wir. Was uns hinter dem Veil of Hades erwartet, wissen wir nicht. Aber die Cylonen scheinen diesen Weg zu kennen und einen Ort, den sie kennen als Zuflucht zu wählen ist mindestens ein Risiko. Die Tatsache, dass wir uns auf Prophezeiungen und halb vergessene Mythen stützen gerät für mich dabei schon fast in den Hintergrund. Es gibt ja wenig anderes, das wir als Quelle nutzen können.

Und so hoffen wir alle.

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